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EU verschiebt Prüfung von Sony BMG auf unbestimmte Zeit

Die EU-Kommission hat ihre kartellrechtliche Prüfung zur Sony-BMG-Fusion ausgesetzt. Bertelsmann und Sony hätten die angeforderten Informationen nicht fristgerecht in Brüssel eingereicht, daher friere man die Untersuchung ein, erklärten die Wettbewerbshüter.

Die Europäische Kommission hat ihre kartellrechtliche Prüfung der Fusion, die zur Bildung von Sony BMG Music Entertainment geführt hat, ausgesetzt. Bertelsmann und Sony hätten die angeforderten Informationen nicht fristgerecht in Brüssel eingereicht, erklärten die Wettbewerbshüter. Daher friere man nun die Untersuchung auf unbestimmte Zeit ein.

Eigentlich sollte bis zum 2. Juni eine Entscheidung in der vertieften Kartellprüfung fallen, doch mit der Entscheidung der Kommission bleibt diese Angelegenheit vorerst eine Hängepartie mit offenem Schlusstermin. Die europäischen Kartellwächter haben in den letzten Wochen eine laut Reuters ungewöhnlich große Anzahl umfangreicher Fragebögen an Musikkonsumenten und Mitbewerber von Sony BMG verschickt, um sich ein umfassendes Bild von der aktuellen Marktsituation zu machen.

„In diesem Fall haben wir es mit einem ganz besonders schwierigen Marktumfeld zu tun“, sagte die Kommission in ihrer Stellungnahme. Die Musikbranche sei zwar geprägt von wenigen großen Firmen, jedoch erlebe „die gesamte Industrie noch immer erhebliche Veränderungen in Bezug auf die Digitalisierung der Inhalte und das Verhalten der Verbraucher“.

Zudem werde die Situation dadurch erschwert, dass die zu prüfende Fusion bereits vollzogen ist. Man habe es mit einer „extrem komplizierten“ Recherche zu tun, die den Anforderungen des Urteils des Europäischen Gerichtshofes gerecht werden muss. Das zweithöchste Gericht der EU hatte im Sommer 2006 die Fusionsgenehmigung der EU-Kommission aus dem Jahr 2005 wegen Verfahrensfehlern für nichtig erklärt.

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