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EU und EMI legen die Hürde für Warner auf 300 Pence

Warner Music will bis Ende nächster Woche entscheiden, ob ein verbessertes Angebot zur Übernahme von EMI vorgelegt wird. Die aktuellen Nachrichten aus Brüssel machen es den Amerikanern allerdings nicht leichter.

Die Warner Music Group (WMG) will bis Ende nächster Woche entscheiden, ob sie ein verbessertes Angebot zur Übernahme der EMI Group vorlegen wird. Die aktuellen Nachrichten aus Brüssel machen es den Amerikanern allerdings nicht leichter.

Die erneuten Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren zu Sony BMG bedeuten für jedes Angebot aus New York, dass eine Fusion von Warner und EMI ebenfalls einer vertieften Prüfung der Europäischen Kommission standhalten muss und der Zusammenschluss unter Umständen auf Monate hinaus ungewiss bleiben wird. Daher heißt es in London, dass der EMI-Vorstand kein WMG-Angebot unter 300 Pence pro Aktie annehmen wird, weil das kartellrechtliche Risiko zu groß wäre.

Unterdessen rechnen die Finanzexperten bei Warner derzeit noch, wie sie das 265-Pence-Gebot der Private-Equity-Firma Terra Firma überbieten können. Angeblich bereitet das Team um WMG-CEO Edgar Bronfman jr. eine Offerte um 270 Pence vor. Doch selbst dies gilt noch als fraglich, eine Entscheidung soll in der kommenden Woche bei einer Vorstandssitzung in New York fallen. Es scheint daher, als ob mittelfristig alles auf einen Verkauf der EMI Group an Terra Firma hinausläuft, denn andere Interessenten wie One Equity, Cerberus und Fortress zögern nach Informationen der „Times“ weiterhin mit einem höheren Angebot.

Sollte jedoch Warner im Duell mit Terra Firma den Kürzeren ziehen, liebäugelt der US-Major mit zwei anderen Optionen: Entweder man versucht, Terra Firma die Tonträgersparte EMI Recorded Music abzukaufen oder die WMG lenkt ihr Investitionsinteresse auf Geschäftsbereiche mit höheren Margen. So gilt zum Beispiel die Sanctuary Group mit ihrem Management- und Merchandising-Geschäft als sinnvolle Ergänzung für Warner.

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