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EU-Kommissarin kritisiert Apple

Apple weht weiterhin ein scharfer Wind aus Europa entgegen. Nach der Kritik verschiedener europäischer Verbraucherschützer wandte sich nun auch EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva gegen die Kopplung der im iTunes Store erhältlichen Musikdateien an den iPod.

Dem Computerkonzern und Internet-Musikanbieter Apple weht weiterhin ein scharfer Wind aus Europa entgegen. Nachdem bereits verschiedene europäische Verbraucherschutzorganisationen die Kopplung der im iTunes Store erhältlichen Musikdateien an den iPod kritisiert hatten, schlägt nun die EU-Kommissarin für Verbraucherschutz, Meglena Kuneva, in dieselbe Kerbe.

„Finden Sie es in Ordnung, dass eine CD auf allen CD-Playern läuft, ein iTunes-Song aber nur auf einem iPod? Ich nicht“, erklärte die ehemalige bulgarische Ministerin für Europäische Angelegenheiten in einem „Focus“-Interview. „So etwas muss sich ändern“, fordert Kuneva. Bisher können Kunden, die in Apples Onlineshop iTunes Musik kaufen, diese nur auf dem ebenfalls von Apple verkauften mp3-Player iPod anhören. Apples Rechtemanagmentsystem Faiplay erlaubt kein direktes Abspielen der Mediendateien auf portablen Playern anderer Hersteller.

Auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von Minister Horst Seehofer setzt sich im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mit dem Thema auseinander und hat in Abstimmung mit Verbraucherschützern eine „Charta für Verbrauchersouveränität in der digitalen Welt“ erarbeitet. Das Grundsatzpapier, das nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ unter anderem darauf abzielt, bisher DRM-geschützte Musikangebote im Internet – wie Apples iTunes oder Microsofts Zune – zu mehr Interoperabilität zu zwingen, soll voraussichtlich am 14. und 15. März auf der Konferenz „Herausforderungen und Chancen in einer digitalisierten Welt“ in Berlin präsentiert werden. Die Grundsatzrede hält EU-Kommissarin Meglena Kuneva.

Ende Januar hatte außerdem die niederländische Verbraucherschutzorganisation Consumentenbond Klage gegen Apple bei der holländischen Kartellaufsicht eingereicht. Die Wettbewerbshüter sollen die nach Ansicht des Consumentenbond „illegalen Geschäftspraktiken“ im iTunes Store untersuchen. Zuvor hatten sich schon in Schweden, Finnland, Norwegen, Deutschland und Frankreich verschiedene Verbraucherschutzverbände gegen die Nutzungsbedingungen im iTunes Store gewandt und ein gemeinsames Vorgehen angekündigt.

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