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EU fürchtet Preiswilkür bei Sony BMG

In ihrem Prüfungsbericht zur Fusion von Sony und BMG meldet die Europäische Kommission vor allem Bedenken bezüglich der Marktmacht des neuen Konzerns und möglicher Preissteigerungen an.

In ihrem Prüfungsbericht zur Fusion von Sony und BMG meldet die Europäische Kommission vor allem Bedenken bezüglich der Marktmacht des neuen Konzerns und möglicher Preissteigerungen an. So fürchten die Wettbewerbskommissare, dass in einem Markt, der von lediglich drei oder vier Konzernen dominiert wird, die einzelnen Firmen genug Macht haben, um die Preise willkürlich zu steigern. Dazu sei es nicht einmal nötig, dass illegale Preisabsprachen getroffen werden. Die Verteilung der überwiegenden Marktmacht auf wenige Player, auch als „kollektive Dominanz“ bezeichnet, ist der EU bereits seit längerem ein Dorn im Auge. Aus dem gleichen Grund lehnte die Kommission bereits den Aufkauf des britischen Reiseveranstalters First Choice durch den Konkurrenten Airtours ab. Das Urteil wurde später von einem Berufungsgericht aufgehoben, da die Kommission nach Ansicht der Richter ihre Vorwürfe nicht hinlänglich beweisen konnte. Der Prüfungsbericht basiert auf den Ergebnissen der zweiten Untersuchungsrunde, bei der die Kommission unter anderem ausführliche Fragebögen zum Merger an zahlreiche Marktteilnehmer, darunter EMI, Universal, Apple, FNAC sowie Indie-Labels und Verlage verschickte.

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