“In der Entwicklung und Verbreitung von breitbandigem High-Speed-Internet stecken neue Chancen für Wachstum und Beschäftigung“, erklärte „Superminister“ Clement beim ersten Treffen dieser Art. Ziel der Veranstaltung war es, im Dialog mit der Wirtschaft Wege zur zügigen Verbreitung von Hochgeschwindigkeitsanschlüssen zu definieren. Als Vertreter der Musikbranche formulierte Tim Renner die Wünsche an die Politik. Richtig verstandene Wirtschaftspolitik sei auch immer Kulturpolitik, befand der Universal-Chef. Breitband biete eine „gewaltige Chance“, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien: „Erste Voraussetzung: Es muss sich rechnen. Die Anbieter des Breitbandkanals müssen mit uns ein tragfähiges Business-Modell finden. Nur dann wird Breitband zum Wirtschaftsmotor.“
Der Ansatz der Musikbranche sei einfach: Breitband transportiert geistiges Eigentum in Form von verkaufbaren Rechten. Diese wolle sie mit Partnern auswerten. Hier greife jedoch die zweite Voraussetzung: „Die Wege müssen sicher sein. Neue Handelswege bringen Aufschwung. Jedoch nur dann, wenn sie nicht von Räuberbanden belagert werden“, sagte Renner. In einer rechtlich unklaren Situation könne die Inhalteindustrie durch Breitband zu Grunde gehen. Die „tiefe Krise“ der Musikindustrie zeige schon heute, wie es der Film- und TV-Branche ergehen wird, wenn der rechtliche Rahmen nicht stimme. „Auch der erste Korb der Urheberrechtsnovelle wird dies nicht leisten. Der zweite muss es tun, denn auch im Mittelalter war bereits klar, dass jeder Fürst seine hoheitlichen Aufgaben wahrnehmen muss, wenn er will, dass seine Straßen benutzt werden.“
Neben dem rechtlichen Aspekt verwies Renner auch auf die nationale Komponente. Wirtschaftspolitik wie die Förderung von Breitband sei auch eine Förderung von lokalem Produkt. Deshalb dürfe Breitband „nicht nur den kulturellen Weg nach Amerika verkürzen“. Vielmehr müsse der neue Vertriebskanal mit Identität stiftenden Inhalten – eben nationaler Musik – eine Partnerschaft eingehen. Die Teilnehmer des Gipfels waren sich einig, dass es nun gelte, Markthemmnisse abzubauen und den Wettbewerb zuzulassen.






