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Erste Verurteilung wegen illegalen Fileshareings in Cottbus

Die deutsche Musikbranche kann erste Erfolge im Kampf gegen die Musikpiraterie verzeichnen. In 68 Fällen hat die deutsche Musikwirtschaft bereits Strafanzeige gestellt und die erste Verurteilung bewirkt.

Die deutsche Musikbranche kann erste Erfolge im Kampf gegen die Musikpiraterie verzeichnen. In 68 Fällen hat die deutsche Musikwirtschaft, vertreten durch die Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Rasch, bereits Strafanzeige gestellt. Im ersten Verfahren gegen einen 23-jährigen Auszubildenden, der mehrere 1000 Songs illegal bei Kazaa angeboten hatte, kam es zu einer rechtskräftigen Verurteilung des Angeklagten, der 8000 Euro Schadensersatz zahlen muss. Außerdem wurde er zu 80 Tagessätzen, wegen geringen Einkommens in diesem Fall 400 Euro, zuzüglich der Zahlung der Gerichtskosten verurteilt.

Die Identität des Angeklagten war der Staatsanwaltschaft bereits im April vom Provider genannt worden, Anfang Mai folgte eine Hausdurchsuchung bei dem Betreffenden, bei der ein PC mit rund 6000 Musiktiteln als MP3-Dateinen sowie etwa 100 gebrannte CD-Rohlinge mit über 1000 Titeln beschlagnahmt wurden. Nach der Verurteilung musste der Musikpirat eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, mit der er sich verpflichtete, künftig keine illegalen Musikangebote mehr zu unterbreiten.

Das zweite Verfahren läuft gegen einen 57-jährigen Lehrer aus dem Raum Stuttgart, dessen Wohnung ebenfalls durchsucht wurde. Der Mann besaß zwar nur 25 Original-CDs, auf seinen zwei Computern waren jedoch mehere tausend Musiktitel gespeichert. Der Mann ist geständig, das Strafverfahren läuft. Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, kündigt weitere Verfahren an: „Wir wehren uns gegen Rechtsverletzer, die sich trotz umfangreicher Aufklärungsmaßnahmen nicht von illegalen Musikangeboten abhalten lassen. Der erste Fall ist als Präzedenzfall abgeschlossen – die nächsten Fälle werden folgen.“

Eine im Auftrag der IFPI von der GfK in Deutschland, Großbritanien, Dänemark und Frankreich durchgeführte Studie, bei der pro Land 1000, in Dänemark 500, Personen befragt wurden, ergab, dass die Deutschen von allen Europäern am besten über die Illegalität von Tauschbörsen-Angeboten informiert sind. Immerhin 79 Prozent aller Deutschen wissen, das Filesharing strafbar ist. 72 Prozent wissen auch, dass Filesharer mittlerweile rechtliche Konsequenzen befürchten müssen. Und immerhin 66 Prozent finden dies auch richtig. Auch damit steht Deutschland an der Spitze des europäischen Vegleichs.

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