Erste Tests in Apples neuem iTunes Music Store zeigen: Das Repertoire ist nicht so umfangreich, wie zunächst angenommen. Wie es scheint, liegt das aber nicht nur an der Verweigerungshaltung einiger Indie-Labels. Stichproben im britischen und im deutschen Ableger des Downloadshops wiesen zum Teil gravierende Lücken im Bestand auf. So fehlten unter anderem Titel von deutschen Top-Ten-Acts und diversen Topsellern aus den Katalogen von Independentfirmen. Aber auch die Suchfunktion schien zum Start noch nicht immer einwandfrei zu funktionieren. Bei Apple rechtfertigt man diese Kinderkrankheiten mit dem großen Ansturm auf die Server, die der Start des iTunes Music Store in Deutschland, Frankreich und Großbritannien ausgelöst hat. Experten gehen eher davon aus, dass Apple mit seiner Aussage, über 700.000 Titel seien verfügbar, womöglich übertrieben hat. Von Apple gibt es zu solchen Vorwürfen ebenso wenig einen Kommentar wie zu den offensichtlichen Problemen mit unabhängigen Plattenfirmen. Sowohl die deutschen Indies, vertreten durch den VUT, als auch die britischen (AIM) beklagen, dass es vor dem Start der neuen Shops zu keiner Einigung über die Lizenzkonditionen kam. Angeblich wollte Apple den Indies nur Dreijahresverträge anbieten, die zudem keine Option für Nachverhandlungen während der Laufzeit beinhaltet hätten. Laut Vertretern der AIM bot Apple nur ein auf drei Jahre festgeschriebenes Anteilfixum pro Download. Dies hätte bedeutet, dass die Rechteinhaber auch nach möglichen Preiserhöhungen im iTunes Music Store nicht mehr Geld bekommen. Einige Indies haben angeblich auch ihre bereits in USA geschlossenen Verträge nicht auf Europa ausgedehnt, weil sie fürchten, schlechtere Konditionen als Majorfirmen zu bekommen. Das Fehlen des unabhängigen Repertoires wird allgemein als Stolperstein für den Erfolg des Shops gewertet. Vor allem ohne lokalen Content der Indies droht Apple ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Napster (hat in UK einen Deal mit der AIM) und Connect: Sonys Downloaddienst wird wohl noch in den nächsten Wochen mit Indie-Repertoire starten.
Erste Kratzer am Image von Apple
Erste Tests in Apples neuem iTunes Music Store zeigen: Das Repertoire ist nicht so umfangreich, wie zunächst angenommen. Wie es scheint, liegt das aber nicht nur an der Verweigerungshaltung einiger Indie-Labels.





