Recorded & Publishing

Erfolgreicher Kampf gegen illegales Filesharing

Die Musikbranche verzeichnet erste Ergebnisse im Kampf gegen die Musikpiraterie. In Deutschland kam es zu einer rechtskräftigen Verurteilung, diverse europäische Länder streben Verfahren gegen P2P-Uploader an, und die Zahl
der illegalen Downloads ist zurückgegangen.

Die deutsche Musikwirtschaft hatte in 68 Fällen Strafanzeige wegen illegalen Filesharings gestellt. Im ersten Verfahren gegen einen 23-jährigen Auszubildenden, der mehrere tausend Songs illegal bei Kazaa angeboten hatte, wurde der Angeklagte zu 8000 Euro Schadensersatz, 80 Tagessätzen Strafe (400 Euro) und zur Übernahme der Gerichtskosten verurteilt.

Bei einer Hausdurchsuchung waren ein PC mit rund 6000 Musiktiteln als MP3-Dateien sowie etwa 100 gebrannte CD-Rohlinge mit über 1000 Titeln beschlagnahmt worden. Ein zweites Verfahren läuft gegen einen 57-jährigen Lehrer aus dem Raum Stuttgart. Der Mann besaß zwar nur 25 Original-CDs, auf seinen zwei Computern waren jedoch mehrere tausend Musiktitel gespeichert. Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, kündigt weitere Verfahren an: „Wir wehren uns gegen Rechtsverletzer, die sich trotz umfangreicher Aufklärungsmaßnahmen nicht von illegalen Musikangeboten abhalten lassen. Der erste Fall ist als Präzedenzfall abgeschlossen – weitere Fälle werden folgen.“ So erwirkte die IFPI in Dänemark und Italien bereits Klagen, und auch in Frankreich und Großbritannien ist in Kürze mit rechtlichen Schritten gegen die P2P-Uploader zu rechnen.

Der Verband sieht in seinem konsequenten Vorgehen die Ursache für den 27-prozentigen Rückgang der illegal im Internet erhältlichen Song-Files. Derzeit seien es 800 Mio. Titel, im Januar waren es noch 900 Mio., vor einem Jahr gar 1,1 Mrd. Files. In den einschlägigen P2P-Netzwerken fiel die Zahl der verfügbaren Dateien von einer Mrd. im Juni 2003 auf zuletzt 700 Mio. „Diese Zahlen zeigen, dass die Strafverfolgung zusammen mit der flächendeckenden Einführung von legalen Bezahldiensten Auswirkungen auf die Einstellung der Menschen hat“, erklärte IFPI-Chairman Jay Berman. „Wir behaupten nicht, den Krieg bereits gewonnen zu haben, aber wir fühlen uns ermutigt.“