Für viele sind DRM-Systeme und ihre Inkompatibilitäten ein Dorn im Auge, doch für die Majors ist ein Downloadmarkt ohne Kopierschutz nicht denkbar. Zusammen mit Yahoo! Music erprobt das Sony-BMG-Label Epic nun jedoch Alternativen. Der Onlineshop des Suchportals wird die neue Single von Jessica Simpson im ungeschützten MP3-Format anbieten. Kunden können „A Public Affair“ dann auf allen gängigen Digitalplayern abspielen. Der Titel wird statt der sonst üblichen 99 Cent allerdings 1,99 Dollar kosten.
Dies habe jedoch nichts mit dem Formatwechsel zu tun, erklärte Yahoo!. Der Mehrpreis sei durch ein neues Feature gerechtfertigt: Käufer können den Titel personalisieren und einen Vornamen nach Wunsch im Songtext platzieren lassen. Yahoo! Music bietet also zig verschiedene Versionen der Single an. Unklar ist, ob dieses Konzept ein Anzeichen dafür ist, dass die Majors ihre harte Haltung gegen DRM-freie Downloads langsam aufgeben.
Jedenfalls sorgt Epic damit für eine möglichst große Verbreitung des Stücks und unterbindet zumindest nicht aktiv den Tausch der Single in P2P-Netzen. Bezeichnend ist indes, dass ausgerechnet Yahoo! diesen Vorstoß wagt. Musikchef Dave Goldberg hatte in der Vergangenheit wiederholt gegen die Verwendung von DRM gewettert. „Es gibt einen Preis für die Verwendung von DRM: Verlorene Verkäufe“, so seine Ansicht. Bei Yahoo! hat man festgestellt, dass viele Kunden nach anfänglichen Einkäufen bei den diversen Downloadshops nicht oft wiederkommen, da sie durch DRM-geschützte Angebote verprellt werden.
Außerdem sei der Einsatz der digitalen Kopiersperren für die Onlineshops kostspielig. Bei Yahoo! wäre man froh, die Zeit der Entwickler für sinnvollere, kundenorientierte Aufgaben nutzen zu können, statt sich um die Implementierung von DRM-Systemen zu kümmern, die durch CD-Brennen und Re-Ripping ohnehin ausgehebelt werden können.






