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eMusic spricht mit EMI und will unabhängig bleiben

Das Ende der Gespräche zwischen Amazon und eMusic soll auch ein Zeichen für andere Kaufinteressenten sein. eMusic-CEO David Pakman sieht sein Unternehmen in der Unabhängigkeit besser aufgestellt und erklärt, warum er nicht den gesamten EMI-Katalog haben will.

Das Ende der Übernahmegespräche zwischen Amazon und eMusic soll auch als ein Zeichen für andere Kaufinteressenten verstanden werden. „Es gibt derzeit keine Gespräche mit einem strategischen Käufer. Die Firma steht nicht zum Verkauf“, erklärte eMusic-CEO David Pakman gegenüber dem Magazin „Forbes“, ohne namentlich auf die Avancen von Amazon einzugehen, die in der vergangenen Woche ergebnislos blieben.

Pakman sieht sein Unternehmen in der Unabhängigkeit besser aufgestellt: „Wir brauchen kein Fremdkapital und unser Wachstum ist enorm. Wir haben zwar mit jeder Medienfirma auf diesem Planeten gesprochen und sind von jedem angesprochen worden. Aber die Firma wächst seit drei Jahren in Folge um je 100 Prozent – wir machen also offensichtlich etwas richtig. Dennoch glaube ich fest an unsere Erfolgsfähigkeit als eigenständiges Unternehmen.“

Die Tatsache, dass eMusic mit iTunes und anderen Mitbewerbern bald Konkurrenz im Verkauf von DRM-freier Musik erhalten wird, schreckt Pakman nicht. „Wir sind ein Spezialistenhändler und werden daher nie so groß werden wie iTunes. Wollen wir auch gar nicht und müssen wir auch nicht, um erfolgreich zu sein.“ eMusic ist mit einem geschätzten US-Marktanteil von zehn Prozent die Nummer zwei im Downloadverkauf und vermarktet kopierschutzfreie Musik von unabhängigen Labels als Subskriptionsangebot.

Derzeit verhandelt Pakman auch mit EMI, nachdem die Briten sich zum Abbau der DRM-Schranken entschlossen haben. Das Spezialistentum sieht er dadurch aber nicht gefährdet: „Wir wollen ja nicht den ganzen EMI-Katalog ins Angebot aufnehmen. Wir wollen von den Majors nur das Repertoire, das unsere Kunden vermissen. Zum Beispiel könnten wir den Blue-Note-Katalog oder das EMI-Label Astralwerks, das bei iTunes eher schlecht verkauft, hervorragend bei uns platzieren.“

Die Tatsache, dass einzelne Labels wie Victory oder Vice ihre Titel bei eMusic entfernt haben, weil sie bestimmte Abopakete als zu billig empfinden, sieht Pakman sportlich: „Wir haben rund 13.000 Labels im Dienst. Bisher haben sich weniger als fünf verabschiedet.“ Wenn Kunden 75 Dollar pro Monat für Musik auszugeben bereit sind – wie es das Connoisseur-Angebot bei eMusic vorsieht – dann müsse man ihnen auch 300 Downloads dafür bieten.

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