Der weltgrößte Musikverlag hat rechtliche Schritte gegen den US-amerikanischen Klingelton- und Handy-Games-Vermarkter InfoSpace eingeleitet. In einer Klage wegen mutmaßlich falscher Tantiemenabrechnungen geht es für EMI Music Publishing um Schadensersatz in Höhe von 100 Millionen Dollar.
Der Verlagsmajor wirft InfoSpace sowie den Tochterfirmen Moviso und Premium Wireless Services zudem vor, Klingeltöne verkauft zu haben, für die das Unternehmen keine Lizenzen hatte. Songs wie „Imagine“ von John Lennon seien schlichtweg nicht von EMI freigegeben worden. Auch der Verkauf von Klingeltönen in Märkten, für die InfoSpace keine Rechte erworben hat, verstoße gegen das Lizenzabkommen.
Laut der in New York eingereichten Klage habe InfoSpace die vertraglich zugesicherte Rechnungsprüfung durch EMI vorsätzlich behindert. Als EMI sich gegen die „Verschleppung, Irreführung und Falschauskunft“ beschwerte, habe InfoSpace argumentiert, man habe selbst nicht Zugang zu allen Abrechnungen.
EMI hat nach eigenen Angaben inzwischen genügend Belege dafür gesammelt, dass InfoSpace vor allem beim Verkauf von Klingeltönen über die Netzanbieter Verizon und Cingular Tantiemen falsch ausgewiesen hat. Zudem hätten acht Sublizenznehmer gar keine Tantiemen abgeführt.
InfoSpace hatte im dritten Quartal 2006 ein Umsatzplus von 16 Prozent erzielt und nahm in diesen drei Monaten 96,3 Millionen Dollar ein.





