Die EMI Group zögert offenbar mit einer Zusage an die Warner Music Group. In einer Antwort auf den jüngsten Kaufantrag der Amerikaner verweist der britische Major auf die weiterhin bestehenden kartellrechtlichen Hürden für eine Fusion sowie auf den Preis.
Angeblich hatte Warner zuletzt 300 Pence pro EMI-Aktie geboten, diese Offerte jedoch nach der jüngsten Gewinnwarnung von EMI wieder zurückgezogen. Ein aktualisiertes Angebot liegt allem Anschein nach bislang nicht vor.
Man werde jeden Vorschlag in Bezug auf die Übernahmesumme und auf die wettbewerbsrechtliche Machbarkeit hin prüfen, so die EMI in einem Schreiben an die Warner Music Group (WMG). Um sich aber einen Deal für das Unternehmen nicht noch einmal zu verderben, liebäugelt die EMI-Spitze um Chairman John Gildersleeve und CEO Eric Nicoli unterdessen wieder mit einem Verkauf an Private-Equity-Banken.
Laut einem Bericht der „Financial Times“ steht der Major mit mehreren Investoren in Verhandlungen. Vorrangig soll es sich dabei um One Equity Partners, eine Abteilung von JPMorgan Chase & Co., handeln. Aber auch hier soll es noch kein konkretes Angebot gegeben haben. Sowohl die Banken als auch Warner seien erpicht darauf, eine umfangreiche Wertprüfung bei EMI durchzuführen und Einblick in die Bücher zu bekommen, heißt es.
Gleichzeitig wurde nun bekannt, dass Skeptiker keine Zweifel an der Liquidität der WMG zu haben brauchen: Laut einem Bericht der „Times“ kann sich WMG-Chef Edgar Bronfman jr. auf die Unterstützung seiner Geldgeber verlassen. Goldman Sachs habe bereits intern schriftlich fixiert, dass man ein Barangebot für EMI in Höhe von zwei Milliarden Pfund oder mehr – also 245 bis 260 Pence pro Aktie – stützen und die Schuldenlast stemmen werde. Auch Lehman Brothers soll zu den Finanziers dieses Deals zählen.






