Recorded & Publishing

EMI startet DVD-Kampagne zu Weihnachten

Parallel zur Marktentwicklung nahm auch bei EMI Electrola in diesem Jahr die Zahl der DVD-Veröffentlichungen zu. Erstmals soll eine groß angelegte Kampage von November bis Januar 2002 die Aufmerksamkeit der Endverbraucher in großem Stil wecken.

“Für die kommenden Veröffentlichungen von Robbie Williams, Pur und Helmut Lotti peilen wir Gold an“, sagt Sylvia Kollek, Director Marketing EMI Electrola. Zwar liegt bei Musik-DVDs die Gold-Grenze bei nur 25.000 verkauften Einheiten, im Allgemeinen gelten DVDs, die 5000 Einheiten absetzen konnten, jedoch schon als Erfolg. Die große Ausnahme sei bislang der EMI-Titel „Stand der Dinge“ von Herbert Grönemeyer, der bei 130.000 Exemplaren liege. Dennoch ist Kollek zuversichtlich, dass die neuen Titel, die Bestandteil einer großen Veröffentlichungswelle im November und Dezember sind, ebenfalls hohe Verkaufszahlen erreichen können.

„Diese Titel sind aus dem Nischenumfeld heraus, das noch vor einem Jahr das DVD-Segment bestimmt hat. Robbie Williams, Pur und Helmut Lotti sind zudem Künstler, die allesamt bereits eine DVD veröffentlicht haben. Wir wissen, dass bei diesen Künstlern eine große Fanbase da ist, die sich auch für die neuen DVD-Veröffentlichungen interessieren wird.“

Zudem bewirbt EMI die audiovisuellen Tonträger erstmals mit einer großen TV-Kampagne. Im Mittelpunkt stehen drei TV-Sendungen, die auf die VÖ-Termine abgestimmt wurden. So zeigt das ZDF am 2. Dezember noch einmal das Schalke-Konzert von Pur, tags drauf steht die DVD zur Eröffnung der Schalke Arena in den Läden. „Das ist ein perfektes Weihnachtsgeschenk für alle Fans“, sagt Kollek. Am 16. November (Wiederholung: 15. Dezember) sendet ebenfalls das ZDF ein Special zu Robbie Williams, dessen DVD „Live At The Royal Albert Hall“ am 3. Dezember erscheint.

Das Bayerische Fernsehen zeigt Auszüge aus der jüngsten DVD von Sarah Brightman, „La Luna – Live In Concert“. Zusammen mit der ersten DVD von Michelle, die sich auf Anhieb auf dem fünften Rang der Musik-DVD-Charts von Media Control platzierte, deckt EMI damit ein breites musikalisches Spektrum ab, das von Schlager (Höhner, DJ Ötzi) bis zu Pop/Rock (Pet Shop Boys, Roxette, Paul McCartney/Wings) reicht.

Anzeigen in „Bild am Sonntag“ und „HifiTest“ sowie PoS-Aktionen wie eine Großdeko und Flyer sollen die Effekte der TV-Werbung verstärken. Zur Kampagne gehört zudem eine neue Onlinedomain: Auf www.dvd-emi.de stellt die Firma alle DVD-Themen vor. „In dem Format steckt noch ein großes Potenzial. Unseren Studien zufolge erreicht der Markt für Musik-DVDs im nächsten Jahr rund zwei Millionen verkaufte Einheiten. Wenn der Markt zunimmt, werden wir mit Sicherheit noch regelmäßiger DVDs veröffentlichen“, kündigt Kollek an.

Und auch national stehe die EMI mit eigenen Produktionen im Popbereich bei einem Anteil von etwa 50 Prozent „gut da, auch wenn bei internationalen Übernahmen das finanzielle Risiko natürlich geringer ist“. So folgt im Frühjahr 2002 unter anderem eine DVD von BAP. Positiv beurteilt die Marketingchefin die Marktchancen des Formats: „Die Musik-DVD ist kein Side-Thema mehr. Ihr Stellenwert ist ungleich höher, als er bei VHS-Kassetten jemals war. Dennoch ist seitens der Presse noch Aufklärungsarbeit erforderlich, um den Endverbrauchern klar zu machen, was die DVD alles bietet. Ich bin aber zuversichtlich, da die Zahl der DVD-Player in den Haushalten beständig steigt. Und Hardware braucht Futter!“