Das DRM-Manifest von Steve Jobs sorgt weiter für Wirbel im Blätterwald. Nun beteiligen sich selbst etablierte Publikumsmagazine wie die US-Wirtschaftsblätter „Wall Street Journal“ und „Forbes“ sowie der deutsche „Stern“ an Spekulationen, welcher Major denn zuerst publikumswirksam auf den angefahrenen Zug aufspringen und seinen Katalog im MP3-Format zur Verfügung stellen wird. Derzeit die Nase vorn hat laut den auf den üblichen ungenannten Quellen basierenden Medienberichten die britische EMI.
Demnach stehe das Unternehmen bereits in Verhandlungen mit Onlinehändlern, nur noch der Preis für entsprechende Angebote sei fraglich. Anlass für die Spekulationen gibt offenbar der Testlauf EMIs mit Norah Jones: Deren jüngste Single, „Thinking About You“, erschien im Dezember ohne DRM-Schutz bei Yahoo Music in den USA. Die Ergebnisse fielen positiv aus, ließ eine EMI-Sprecherin wissen, ohne aber die aktuellen Spekulationen kommentieren zu wollen.
Eine andere ungenannte Quelle wiederum berichtet davon, dass sich der zuletzt strauchelnde Major EMI von den Verhandlungen mit Downloadanbietern hohe Vorschüsse auf zu erwartende Einnahmen erhofft. Außerdem soll das Unternehmen weiterhin in Verhandlungen mit den Tracking-Spezialisten von Snocap stehen, die zusammen mit MySpace an einem Shop-Modell für das Portal arbeiten – erste Berichte zu diesen Verhandlungen gab es aber bereits im September 2006.
MusikWoche beschäftigt sich in einer aktuellen Onlineumfrage mit dem Thema DRM: Hat Steve Jobs recht mit seinen Forderungen, fehlen nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen oder versucht der iTunes-Vordenker, der Musikwirtschaft den Schwarzen Peter zuzuschieben?





