Recorded & Publishing

EMI setzt auf Super-Distribution

Zwei britische Branchenkenner bieten Plattenfirmen und Künstlern ab 5. Dezember mit eListeningPost einen neuen Service zur viralen Vermarktung von Musik. Mit EMI hat bereits der erste Major als Kunde des E-Mail-basierten Konzepts angebissen.

Die britischen Branchenkenner Keith Harris und Greg Holloway bieten Plattenfirmen und Künstlern ab 5. Dezember mit eListeningPost einen neuen Service zur viralen Vermarktung von Musik. Mit EMI hat bereits der erste Major als Kunde des E-Mail-basierten Konzepts angebissen.

Für eine Einmalgebühr von 35 Pfund oder 45 Euro und einen monatlichen Obolus von fünf Pfund oder acht Euro bietet der Service eListeningPost die Möglichkeit, eine DRM-geschützte Mediendatei an eine selbst bestimmte Auswahl von E-Mail-Empfängern zu senden. Der Song kann vom Adressaten daraufhin insgesamt fünf Mal angehört und bei Gefallen direkt erworben werden. Der Verkaufserlös soll dabei zu 100 Prozent in die Taschen der Künstler oder Labels fließen. Empfiehlt der Musikfan das Musikstück via E-Mail weiter, stehen dem nächsten Empfänger wiederum fünf Abspielvorgänge frei.

Urheber des Konzepts sind Keith Harris, Director of Performer Affairs der britischen Verwertungsgesellschaft PPL, Chairman des britischen Musiknetzwerks MusicTank sowie langjähriger Manager von Stevie Wonder, und der frühere RealNetworks-Manager Greg Holloway, die zur Vermarktung ihrer Idee die Firma G&K Digital gegründet haben. Mit EMI ist bereits der erste Major als Kunde mit an Bord, mit Sony BMG und Warner verhandle man noch, so Holloway.

Der vergleichsweise geringe Kostenaufwand mache das Angebot gerade auch für Künstler und Bands ohne Plattenvertrag attraktiv, betont Holloway. Die eListeningPost-Software registriert außerdem Informationen über die Abspiel-Häufigkeiten der Musikstücke. Auf Wunsch kann der Mail-Service mit Werbung versehen werden, von deren Erlösen die Nutzer des Angebots zu 60 Prozent mit profitieren sollen. Für den Schutz der ePreview genannten Musikdateien soll DRM-Software von RealNetworks und Microsoft sorgen.

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