Wenige Tage nach der zweiten Umsatz- und Gewinnwarnung versucht das EMI-Management um Chairman John Gildersleeve und CEO Eric Nicoli offenbar, den Konzern handlungsfähig zu halten und gegen unerwünschte Übernahmeversuche abzusichern. Auf der Agenda steht laut britischen Medienberichten zunächst eine Umschuldungsmaßnahme. In deren Rahmen, so will zumindest die „Sunday Times“ erfahren haben, sollen künftige Einnahmen der Musikverlagssparte EMI Music Publishing gegen eine Milliarde Pfund oder umgerechnet fast 1,5 Milliarden Euro verpfändet werden. Mit diesem Schritt könnte EMI seine Schulden- und Zinslast senken und zugleich potenziellen Interessenten eine Übernahme mit schnell anschließender Aufteilung des Unternehmens verderben, heißt es.
Andere Quellen gehen von noch radikaleren Maßnahmen aus: So berichtete der „Observer“ am 18. Februar aus ungenannten Kreisen von „ernsthaften Überlegungen“ der EMI-Konzernspitze, die Sparte EMI Recorded Music abzustoßen.
Parallel schaltet sich auch EMI-Aktionär Hugh Hendry in die Diskussion ein: Der Investor, der über seinen Hedge Fond Eclectica Asset Management einen Anteil von 0,75 Prozent am Konzern hält und zuletzt im Juli 2006 einen Verkauf EMIs an Warner befürwortete, kritisierte in einer öffentlichen Stellungnahme die jüngsten Entwicklungen bei EMI und forderte für sich selbst einen Sitz im Aufsichtsgremium.
Der Schuldenstand des Konzerns, der zum Ende des ersten EMI-Geschäftshalbjahres Ende September bei gut einer Milliarde Pfund lag, soll sich zwischenzeitlich laut Beobachtern auf 1,25 Milliarden Pfund erhöht haben. Grund seien unter anderem die hohen Restrukturierungskosten, die zum Beispiel durch den Rauswurf der Top-Manager Alain Levy und David Munns auf das Unternehmen zukommen.






