Der Übernahmemarathon um die EMI Group scheint in eine neue Phase zu gehen. Angeblich haben die Briten nach Monaten des Zögerns vier Bietern Einblick in ihre Bücher gestattet, darunter auch der Warner Music Group (WMG).
Der Zugang zu detaillierten Informationen über den Zustand des britischen Majors ist für die WMG und andere Interessenten entscheidend, wenn es um die Höhe eines Übernahmeangebots geht. Warner hatte zuletzt Anfang März 260 Pence pro EMI-Aktie geboten. Bei dieser Summe wäre EMI knapp 2,1 Mrd. Pfund oder 3,05 Mrd. Euro wert. Im EMI-Vorstand hofft man aber immer noch, einen Preis von etwa 300 Pence oder 2,4 Mrd. Pfund erzielen zu können. Eine mögliche Anhebung ihrer Offerte macht die WMG allerdings von einer eingehenden Kenntnis der EMI-Finanzen abhängig.
Das gilt gleichfalls für die drei Private-Equity-Firmen One Equity, Cerberus und Fortress, die dem Vernehmen nach schon seit Anfang Mai Einblick in die EMI-Bücher bekommen haben. Insider gehen aber davon aus, das die Investmentbanken ein niedrigeres Angebot als Warner vorlegen werden, weil eine Übernahme von außerhalb der Musikbranche keine kartellrechtlichen Hürden fürchten muss.
Bis spätestens 2. Juli will die EU-Kommission geklärt haben, ob sie den Zusammenschluss zu Sony BMG im zweiten Anlauf erneut genehmigt. Erst dann wäre der Weg für die Fusion von Warner und EMI wirklich frei.





