Recorded & Publishing

EMI Music erweitert Anti-Piraterie-Abteilung

EMI Music hat einen neuen Mann für die Bekämpfung der Internet-Piraterie: Ralph Pighin ist seit Anfang April als Director Anti-Piracy aktiv und arbeitet im Team mit Dr. Carl Mahlmann, Director Business Planning. Die Hauptziele des Duos: Verbesserung der Kopierschutztechniken und die Betreuung des legalen Download-Angebots.

“Ralph Pighin ist zum einen Volljurist, und bringt zum anderen die New-Media-Expertise von Virgin mit, beides passt perfekt zusammen“, lobt Mahlmann den neuen Mann am Rhein. Der frischgebackene Director Anti-Piracy arbeitete seit 2001 für Virgin und war dort als Leiter New Media für den Aufbau der Abteilung verantwortlich. Dr. Achim Fettig hat nun die strategische Verantwortung für den gesamten New-Media-Bereich von EMI Music Germany übernommen. Er setzt zusammen mit den zuständigen Online-Experten die entsprechenden New-Media-Strategien im Bereich Artist- und Label-Websites sowie Marketing und Promotion um. Erstes Projekt von Pighin wird indes in den Sommermonaten die Einführung eines verbesserten Kopierschutzes für CDs sein. In der Vergangenheit hatten einige Käufer die Nichtabspielbarkeit von CDs in Auto-CD-Playern beklagt. „Heise Online“ griff das Thema jüngst wieder auf. Mahlmann äußert allerdings den Verdacht, dass „in bestimmten Medien des öfteren Stimmung gegen den Kopierschutz gemacht wird, die Verbraucher hätten damit weniger Probleme als die Journalisten“. Sowohl Mahlmann als auch Pighin halten wenig von der oft zitierten Argumentation, dass moderne CDs mit Kopierschutz nicht mehr dem so genannten Red-Book-Standard entsprechen. „Niemand kann erwarten, dass heute noch ein Standard, der aus dem Jahre 1982 stammt, in allen Punkten erfüllt wird, dazu ist die technische Entwicklung zu schnell vonstatten gegangen“, meint Mahlmann. Neben der Car-CD-Player-freundlichen neuen Version des Kopierschutzes rechnen die beiden ebenfalls mit der Einführung von Schutzsystemen mit Digital Rights Management (DRM) noch in diesem Jahr. DRM ermöglicht Plattenfirmen, vorher genau festzulegen, wie viele Kopien einer CD der Käufer anfertigen kann. Ebenfalls in der Pipeline steckt derzeit ein neuer, variabler Kopierschutz für DVDs. Im Internetbereich wollen sich die Piraten-Spezialisten der EMI auf die Beobachtung von P2P-Netzwerken konzentrieren, um Erkenntnisse beispielsweise über Erscheinungszeit neuer Titel, Herkunft des verfügbaren Repertoires und die Qualität der Soundfiles zu erhalten. „Daraus ergeben sich Rückschlüsse über zu ergreifende Maßnahmen“, kündigt Pighin an. Neben den Bereichen Internet und Kopierschutz will EMI ebenfalls Imagekampagnen begleiten, die zu einer steigenden Akzeptanz der Kopierschutzbemühungen führen sollen. „In einem Umfeld, in dem sich beispielsweise eine konsumententypische Grundhaltung durch den Werbeslogan ‚Geiz ist geil‘ ausdrückt, ist es schwieriger, unsere Anliegen zu vermitteln“, stellt Mahlmann fest. Pighins neue Position resultiert aus der Politik der Konzernspitze der EMI Group, die Mitte 2002 mit Richard Cottrell einen Anti-Piracy-Verantwortlichen für den kompletten Konzern berief. An Cotrell berichtet Fergal Gara, der den Bereich UK/Continental Europe verantwortet. Pighin berichtet sowohl an Gara als auch an Udo Lange, President & CEO EMI Music Germany. „Unsere Doppelstrategie ist, zum einen die Piraterie in allen ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen und zum anderen das legale Angebot für den Verbraucher deutlich zu erweitern“, fasst Pighin zusammen.