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EMI macht zweistelligen Millionenprofit

Wie so viele andere Plattenfirmen profitiert auch EMI Music vom anhaltenden Deutsch-Boom in der Musikbranche. Die Kölner Majorniederlassung rechnet mit einem Jahresgewinn von über zehn Mio. Euro, erklärt der deutsche EMI-Chef Niel van Hoff.

Wie so viele andere Plattenfirmen profitiert auch EMI Music vom anhaltenden Deutsch-Boom in der Musikbranche. Die Kölner Majorniederlassung rechnet im laufenden Geschäftsjahr, das Ende März endet, mit einem Gewinn von über zehn Mio. Euro. Dabei dürften vor allem lokale Künstler wie Pur oder De Randfichten einen großen Anteil an den schwarzen Zahlen haben. „Deutsche Popmusik ist derzeit das absolut große Ding“, erklärte EMI-Chef Niel van Hoff gegenüber dem „Spiegel“. Doch nicht nur hausgemachte Verkaufserfolge verbessern die Bilanz. Vor allem die Sparmaßnahmen und Entlassungen der letzten Monate und Jahre schlagen sich jetzt in den Büchern nieder. „Die neue Führung denkt unternehmerischer und ökonomischer“, beurteilt van Hoff den Wandel in der Branche.

Für A&R wolle man zwar in diesem Jahr 15 Mio. Euro mehr ausgeben als im Vorjahr, doch dafür werde bei den Vorschüssen und bei den Marketingausgaben strikter gespart. Im Durchschnitt würden heute um 40 Prozent kleinere Budgets bei der Vermarktung veranschlagt. Topthemen, für die vor wenigen Jahren noch eine halbe Mio. Marketingeuro eingeplant wurden, müssten demnach heute mit nur noch 300.000 Euro auskommen. „Wir sind da inzwischen weitaus vorsichtiger“, so der EMI-Chef. Gleichzeitig gehe man aber auch vergleichsweise rigoroser mit den Künstlern um, findet van Hoff: „Früher wurde ein Künstler nach dem anderen noch zusätzlich unter Vertrag genommen. Heute dürfen wir keine Angst davor haben, uns gleichzeitig konsequent von den Erfolglosen zu trennen.“

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