Die Gewinnwarnung der EMI Group hat für gemischte Reaktionen gesorgt. Während manche Marktbeobachter erfreut darüber sind, dass sich EMI offensiv zu den Unwägbarkeiten des Musikgeschäfts bekennt, sehen besonders Anleger die Zukunft des Unternehmens in Gefahr. Analysten fürchten, dass hinter der korrigierten Selbsteinschätzung größere Probleme als nur verschobene Veröffentlichungstermine für zwei wichtige Alben stecken. Vor allem die nachlassenden Nachbestellungen aus dem Handel erzeugen Sorgenfalten bei den Finanzexperten.
Die Investmentbanker glauben nun, dass EMI sich im November bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen zu euphorisch über die Zukunftsaussichten geäußert hatte. Der Kurssturz an der Londoner Börse sei daher eher noch glimpflich ausgefallen. Viele Aktionäre erwarten, dass Warner Music in absehbarer Zeit ein Angebot für EMI abgeben wird. Diese Spekulation stützt den EMI-Kurs trotz der Gewinnwarnung, so die Analysten. Doch vor einem dritten Fusionsversuch steht erst einmal der Börsengang der Warner Music Group. Der steht womöglich bereits im April an, doch die Situation bei EMI könnte den New Yorkern die Suppe versalzen. Unfreundliche Börsentendenzen schaden auch der Bewertung von Warner.





