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EMI erwartet weitere Einbußen

Der EMI-Deutschlandchef Niel van Hoff hat für 2004 keine positive Prognose für die deutsche Musikbranche zu bieten: „Ich hoffe, dass die deutsche Musikindustrie das Jahr mit einem Minus zwischen acht und zwölf Prozent beendet.“

Der EMI-Deutschlandchef Niel van Hoff hat für 2004 keine positive Prognose für die deutsche Musikbranche zu bieten: „Ich hoffe, dass die deutsche Musikindustrie das Jahr mit einem Minus zwischen acht und zwölf Prozent beendet,“ so van Hoff gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Das wäre zwar ein besserer Abschluss als 2003 mit einem Minus von 20 Prozent, aber das leichte Anziehen des Musikmarktes in den USA und Großbritannien hätte damit in Deutschland noch kein Pendant gefunden. Auch die neuen Vertriebskanäle Internet und Handy, deren Anteil am Konzerngeschäft bei EMI derzeit unter einem Prozent liegt, können die Defizite noch nicht auffangen. Für die Zukunft aber setzt van Hoff große Erwartungen in die neuen Distributionskanäle: „In drei Jahren kann die digitale Musik fast 20 Prozent unseres Geschäfts ausmachen“, so seine Einschätzung.

Van Hoffs Reaktion auf die anhaltende Krisensituation sind Umstrukturierung und Personalabbau, die in den nächsten drei Jahren Einsparungen in Millionenhöhe bringen sollen: 60 der 250 Mitarbeiter wurden entlassen und der Virgin-Standort München aufgelöst.

Auch der Druck von Seiten der Großkunden wie Saturn, Media Markt oder Karstadt wächst. Forderungen nach CD-Preisen von 9,99 Euro hält van Hoff jedoch für nicht machbar. EMIs Absatzanteil über die drei Ketten beträgt derzeit 45 Prozent und wird nach Einschätzung van Hoffs in den nächsten Jahren auf über 50 Prozent steigen.

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