Auch der kommerzielle Erfolg habe dem Künstler in einem Umfeld, das sehr auf Glaubwürdigkeit achtet, nicht geschadet: „Die Glaubwürdigkeit des Samy Deluxe wird durch den jetzigen Erfolg nur von Neidern angezweifelt. Dieser Künstler steht für sich und sucht seinesgleichen.“ Der Ausverkaufs-Vorwurf sei ein „deutsches Phänomen. In Amerika verkauft DMX in der ersten Woche 480.000 Einheiten, und keiner regt sich darüber auf“, sagt Jülicher.
Sein EMI-Kollege Richard Wernicke, A&R Manager national für Urban, Black und Jazz, ergänzt: „Auch Samys Auftritt bei Stefan Raab gab ihm einen zweiten Auftrieb. Mit dem Marketing, das ein Major bieten kann, erreicht er nun auch Hörer jenseits der Hardcore-HipHop-Fans.“ Wichtig sei dabei, dass Deluxe sich dafür nicht verbiegen musste: „Die Hörer haben sich an ihn gewöhnt, nicht umgekehrt.“
Auch wenn Deluxe 2002 eine Auszeit nehme, will EMI den Anteil an HipHop-Veröffentlichungen unverändert hoch halten: „In den vergangenen dreieinhalb Jahren, in denen ich für EMI tätig bin, haben wir den Roster konsequent auf- und ausgebaut mit Künstlern wie Chima, Olli Banjo und Doppelkopf. Damit stehen wir nun auch im HipHop, wo EMI zuvor noch nicht so breit aufgestellt war, gut da“, erklärt Wernicke. „Mit dem Apparat eines Majors können wir gerade im Marketing für die Künstler eine ganz neue Mechanik in Gang setzen.“
Dies soll im kommenden Jahr auch für die neuen Veröffentlichungen greifen, die Wernicke und sein Team angeschoben haben. Besonders viel verspricht er sich vom Frankfurter Rapper Chima, dessen Album „Reine Glaubenssache“ im Februar erscheinen wird: „Chima ist für mich ein richtiger Lyricist. Wie auch Samy Deluxe ist er für die Repolitisierung des deutschen HipHop mitverantwortlich.“ Aus Aschaffenburg kommt Olli Banjo, laut Wernicke der „deutsche Eminem“. Seine CD folgt im März. Zudem kündigt Wernicke ein Album von Doppelkopf an.






