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EMI-Bilanz bestätigt Befürchtungen

Der EMI-Konzern erlitt in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen schweren Gewinneinbruch. Auch das Umsatzminus fiel höher aus als EMI noch vor vier Wochen nach vorläufigen Zahlen angekündigt hatte. Dennoch hält Konzernchef Eric Nicoli an seiner Jahresprognose fest.

Der britische EMI-Konzern erlitt in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres bis Ende September einen schweren Gewinneinbruch. Auch das Umsatzminus fiel höher aus als EMI noch vor vier Wochen nach vorläufigen Zahlen angekündigt hatte. Dennoch hält Konzernchef Eric Nicoli an seiner Jahresprognose fest.

Der bei EMI als underlying profit before tax geführte Vorsteuergewinn, laut früheren Erläuterungen von Nicoli die wichtigste Unternehmenskennzahl, brach von 41 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum um rund 55 Prozent auf nunmehr nur noch 18,6 Millionen Pfund ein. Damit bestätigten sich Analysten-Befürchtungen der letzten Tage, nach denen Werte von rund 18,4 Millionen Pfund zu erwarten waren. Das Ebita-Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 28 Prozent auf 62,7 Millionen Pfund, darin eingeschlossen sind einmalige Ausfälle in Höhe von neun Millionen Pfund durch finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der brasilianischen EMI-Tochter.

Die Konzernumsätze gingen in den ersten sechs Monaten bis zum 30. September 2006 währungsbereinigt um 4,1 Prozent auf 867,9 Millionen Pfund zurück, ohne Berücksichtigung von Währungseinflüssen lag das Umsatzminus bei 6,1 Prozent. Noch vor vier Wochen war die EMI-Spitze von Rückgängen um drei Prozent beziehungsweise rund fünf Prozent ausgegangen, Analysten hatten in den vergangenen Tagen aber bereits auf Zahlen in der nun bestätigten Größenordnung getippt.

Im Tonträgergeschäft fuhr EMI Music ein währungsbereinigtes Umsatzminus in Höhe von 5,2 Prozent ein. Die Einnahmen aus dem Digitalgeschäft legten dabei um gut 78 Prozent zu und steuerten 9,4 Prozent zu den Umsätzen der Sparte bei. Zu den nationalen Topsellern in Europa zählte Nicoli dabei unter anderem die deutschen Acts Pur, LaFee und Helmut Lotti und verwies auf anstehende Veröffentlichungen von Wir sind Helden.

Der Verlagsarm EMI Music Publishing erzielte Umsätze auf Vorjahresniveau, hier tragen die Einnahmen aus dem digitalen Bereich inzwischen 5,6 Prozent zur Bilanz bei.

„Unsere beiden Sparten haben im zweiten Geschäftshalbjahr großartige Veröffentlichungen“, betonte Nicoli. „Diese Stärke, zusammen mit den weiterhin sprunghaft wachsenden Umsätzen im digitalen Bereich bei gleichzeitiger Kostendisziplin, lässt die Konzernspitze darauf bauen, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr zu erfüllen.“

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