Recorded & Publishing

EMI bestätigt Verluste und meldet erste Sparerfolge

Die EMI Group hat das Geschäftsjahr 2006/2007 mit einem währungsbereinigten Umsatzminus von 15 Prozent im Bereich Recorded Music abgeschlossen. Das Verlagsgeschäft EMI Music Publishing hat sich nach Unternehmensangaben im Gegensatz dazu weitgehend konstant entwickelt.

Die EMI Group hat das Geschäftsjahr 2006/2007 mit einem währungsbereinigten Umsatzminus von 15 Prozent im Bereich Recorded Music abgeschlossen. In einem Ausblick auf die Bilanz für das am 31. März beendete Geschäftsjahr bestätigte der Konzern seine bereits Mitte Februar wiederholt ausgegebene Gewinnwarnung. Die Einnahmen aus dem Digitalgeschäft stiegen im gleichen Zeitraum um 59 Prozent und betragen damit nun rund zehn Prozent des Gesamteinkommens in der Tonträgersparte.

Das Verlagsgeschäft EMI Music Publishing hat sich nach Unternehmensangaben im Gegensatz dazu weitgehend konstant entwickelt. Hier mache der Anteil des digitalen Sektors bei einer Steigerung von 28 Prozent zum Vorjahr einen Anteil von rund acht Prozent am gesamten Publishing-Geschäft aus.

Die Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für den Gesamtkonzern ungeachtet außerordentlicher Einflüsse schätzt EMI auf rund 174 Millionen Pfund. Damit habe man die allgemeinen Markterwartungen übertroffen, heißt es aus London. Die Nettoverschuldung liegt bei etwa 910 Millionen Pfund. Gründe für die Abnahme der operativen Marge im Tonträgergeschäft seien vor allem die sich negativ entwickelnden physischen Verkäufe sowie höher als erwartet ausgefallene Retouren in der Zeit nach Weihnachten.

Erfolge meldet EMI dagegen von der Front der Kosteneinsparungen. Das im Januar bekannt gegebene 110 Millionen Pfund schwere Umstrukturierungspaket sei mittlerweile zum größten Teil umgesetzt. Einsparungen von rund 70 Millionen Pfund dürften sich demnach bereits zum Ende des laufenden Geschäftsjahres bemerkbar machen, die restlichen Effekte sollen sich dann in der Bilanz zum 31. März 2009 niederschlagen. Außerdem hätte die Durchsetzung des Programms nicht die ursprünglich veranschlagten 150 Millionen Pfund, sondern lediglich 125 Millionen Pfund gekostet.

Auch das im April 2006 angekündigte Programm, das zu Kosteneinsparungen in Höhe von 30 Millionen führen soll, habe im gerade beendeten Geschäftsjahr bereits mit 17 Millionen Pfund zu Buche geschlagen. Angesichts der aktuellen Lage habe das EMI-Board aber entschieden, keine Dividenden mehr auszuzahlen, bis das Sanierungsprogramm vollständig abgeschlossen sei.

Er sei vor allem in Hinblick auf den Digitalbereich optimistisch, erklärte EMI-Chef Eric Nicoli unter Verweis auf die jüngste Entscheidung, den gesamten digital verfügbaren Katalog ohne digitales Rechtemanagement zum Verkauf anzubieten. „Solche Initiativen sowie hartnäckige Anstrengungen des Managements sorgen dafür, dass die EMI Group in Zukunft gut aufgestellt ist.“ Die vorläufige Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr will der Konzern am 23. Mai vorlegen.

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