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EMI-Aktionäre erwarten 370 Millionen Euro Aufpreis von Warner

Wie erwartet hat das Take-over-Panel der britischen Börsenaufsicht eine verbindliche Frist zur Abgabe weiterer Gebote für die EMI Group verhängt. Explizit wurde neben der Warner Music Group auch Ex-EMI-Chef Jim Fifield zum Handeln aufgefordert.

Wie erwartet hat das Take-over-Panel der britischen Börsenaufsicht eine verbindliche Frist zur Abgabe weiterer Gebote für die EMI Group verhängt. Bis zum Mittag des 19. Juli müssen die konkurrierenden Offerten zum Kaufangebot der Private-Equity-Bank Terra Firma vorliegen, so die Aufsichtsbehörde. Dabei nannte das Take-over-Panel explizit die Warner Music Group (WMG), aber auch den einstigen EMI-Chef Jim Fifield. Andere Bieter sind offenbar nicht mehr ernsthaft im Rennen um den britischen Major.

Ob es allerdings noch zu einem Gegenangebot kommen wird, ist weiterhin mehr als fraglich. Terra Firma hatte 265 Pence pro EMI-Aktie plus die Übernahme aller Schulden geboten und damit die vorbehaltlose Unterstützung des EMI-Managements erhalten. Bislang haben sich aber weniger als vier Prozent der EMI-Aktionäre für den Deal ausgesprochen. Terra Firma hatte deshalb schon zweimal die Deadline für die Entscheidung verschieben müssen.

Die Investoren der britischen Musikfirma hoffen bis zuletzt noch auf mehr Geld. Um mindestens 250 Millionen Pfund (370 Millionen Euro) müsste die WMG mehr bieten als Terra Firma, hieß es zuletzt aus Aktionärskreisen. Dieser Aufpreis soll die Anteilseigner absichern, sollte die Europäische Kommission sich gegen den Zusammenschluss stellen. Das heißt also für Warner, dass man sich mit weniger als 300 Pence pro Aktie erst gar nicht in London blicken lassen darf.

Welche Finanziers der WMG oder Fifield bei einem Coup unterstützen würden, ist nicht bekannt. Allerdings dürfte es Warner-CEO Edgar Bronfman jr. angesichts des desolaten Börsenwerts seines eigenen Unternehmens derzeit schwer fallen, sich externe Barmittel zu sichern. Die Papiere der WMG schlossen am 16. Juli auf einem neuen absoluten Tiefstwert. 13,46 Dollar entsprechen einem Minus von 4,4 Prozent.

Und auch für die EMI-Aktie ging es leicht nach unten: 266,5 Pence sind ein gutes Prozent weniger als bei Börsenschluss am Freitagnachmittag. Damit verfügt die EMI Group über mehr als die doppelte Marktkapitalisierung als die WMG.

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