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Elisabeth Angerer, A&R/Marketing Schlager/Volksmusik/Comedy BMG Ariola München: „Der deutsche Schlager ist lebendig“

BMG Ariola München zählt zu den größten Anbietern im Schlagerbereich. musikwoche.de fragte Elisabeth Angerer nach dem Stellenwert deutscher Schlagerproduktionen.

musikwoche.de: Wie geht es dem Deutschen Schlager aus Ihrer Sicht im Herbst 2001?

Elisabeth Angerer: „Wir sind alle über 40“ ist nicht nur eine sehr erfolgreiche Textzeile von Brunner & Brunner, sondern verkörpert auch die Einstellung in diesem Marktsegment: Trotz Napster, trotz CD-Brennens, trotz rückläufiger Markttendenzen: Der deutsche Schlager ist lebendig, und gerade die ältere Zielgruppe will ernst genommen werden und entwickelt ein zunehmendes Selbstbewusstsein. Es gibt sehr viele gute junge Künstler, die im Schlagerbereich Fuß fassen wollen, und auch die Stars in diesem Bereich erfreuen sich einer ungebrochenen Beliebtheit – es sieht also gut aus.

mw: Die Verkaufszahlen des Gesamttonträgermarktes in Deutschland sind rückläufig. Wie sieht die Bilanz 2001 für die Sparte Deutscher Schlager bei BMG Ariola München aus?

Angerer: Natürlich spüren wir auch die Auswirkungen der allgemeinen Kaufzurückhaltung und der Krise im Musikgeschäft. Allerdings sind wir stolz, auch in diesen harten Zeiten mit dem neuen Flippers-Album bereits vier Wochen nach der Veröffentlichung wieder Gold erreicht zu haben. Zudem ist es uns gelungen, das Live-Album von Udo Jürgens in den Charts zu platzieren und mit „Mitten im Meer“ von Brunner & Brunner 16 Wochen in den LP-Hitlisten zu rangieren.“

mw: Wie hat sich der Deutsche Schlager musikalisch in den letzten Jahren entwickelt?

Angerer: Durch die Mallorca-Welle ist sicherlich eine neue Sparte von Liedern hinzugekommen, deren textliches und musikalisches Niveau hier nicht zu diskutieren ist. Allerdings beweisen Künstler wie Udo Jürgens, Rainhard Fendrich oder Al Bano Carrisi, dass sich qualitativ hochwertige Produktionen und textliche sowie musikalische Kreativität nach wie vor bezahlt macht.

mw: Was haben sie sich für das Jahr 2002 vorgenommen?

Angerer: Wir haben zwei Standbeine, auf die wir 2002 bauen: Das eine ist der Künstlerneuaufbau – hier haben wir ein paar sehr hochkarätige Neusignings am Start. Das Andere ist die kontinuierliche intensive A&R-Arbeit mit unserem bestehenden Künstlerstamm, der uns auch 2002 wieder große Erfolge bescheren wird.