Die Verkaufszahlen von Handys mit integriertem MP3-Player haben in Korea Angaben von Netzbetreibern zufolge die Ein-Millionen-Grenze überschritten. Die drei koreanischen Mobilfunkbetreiber verkauften seit der Markteinführung der MP3-Handys im März diesen Jahres zusammen 1,15 Mio. Stück. 600.000 davon entfallen allein auf die SK Telecom, der zweitgrößte Betreiber KT Freetel konnte 300.000 Einheiten absetzen. LG Telecom führte die MP3-Handys als erster Anbieter ein und konnte bisher 250.000 Stück verkaufen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass bis Ende des Jahres zwei Mio. Einheiten verkauft sein werden – mehr als digitale Musikplayer, von denen bis August 2004 lediglich 1,2 Mio. Stück verkauft wurden. SK Telecom rechnet Unternehmensangaben zufolge damit, bis Ende des Jahres 1,5 Mio. Musik-Handys zu verkaufen. Der Netzbetreiber hat derzeit zehn entsprechende Modelle auf dem Markt. „Von den 30 neuen Modellen, die noch bis Ende des Jahres auf den Markt kommen sollen, werden 17 mit MP3-Funktionalitäten ausgerüstet sein“, berichtet ein Sprecher von SK-Telecom gegenüber dem „Korea Herald“. KT Freetel will 2004 noch zehn weitere Musik-Handys auf den Markt bringen.
Zum Ärger der Plattenfirmen existieren dem „Korean Herald“ zufolge in Korea keine ausreichenden Copyright-Bestimmungen für das Herunterladen und die Nutzung von Musikdateien. „Die kostenlose Nutzung von MP3-Dateien zerstört das Businessmodell der Content-Provider. Wir erwarten von der Regierung, dass sie darauf mit zusätzlichen Urheberschutzgesetzen reagiert, erklärte Yoon Seung-woo, Chief Legal Advisor der Korean Association of Phonogramm Producers. Von den Netzbetreibern sei zunächst gefordert worden, die Abspielzeit von MP3-Files auf 72 Stunden nach dem Download zu beschränken. Nachdem LG Telecom sich jedoch geweigert habe, diese Beschränkung zu akzeptieren, hätten auch die anderen Betreiber die zeitlichen Limitierungen wieder abgeschafft.





