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Ehemaliger EMI-Chef begräbt Übernahmepläne

Ein Zukunftsszenario für die EMI Group hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Ein Private-Equity-Konsortium um den ehemaligen EMI-Chef Jim Fifield hat sein Übernahmeangebot zurückgezogen.

Ein Zukunftsszenario für die EMI Group hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Ein Private-Equity-Konsortium um den ehemaligen EMI-Chef Jim Fifield hat sein Übernahmeangebot zurückgezogen. Unklar ist, wer außer Fifield hinter der Offerte steckte. Auch die Höhe des Gebots ist nicht bekannt.

Fifield war vor neun Jahren als Leiter der damaligen Music Division von EMI ausgeschieden und hatte für seine vorzeitige Vertragsauflösung eine Abfindung in Höhe von zwölf Millionen Pfund erhalten – nach damaligen Kursen rund 36 Millionen Mark. Privatinvestoren sehen jedoch derzeit nach Ansicht von Insidern, auf die sich ein Bericht des „Observer“ stützt, keine Möglichkeit, den Kauf des britischen Majors rentabel zu gestalten.

Das Ausscheiden des potenziellen Käufers gilt als weiterer Rückschlag für EMI-CEO Eric Nicoli. Das Unternehmen hatte erst vor wenigen Wochen ein Übernahmeangebot der Warner Music Group in Höhe von 260 Pence pro Aktie als zu niedrig abgelehnt. Schon im Jahr 2006 ließ EMI Privatinvestoren und Warner bei höheren Offerten abblitzen. Der Druck auf die Konzernspitze wächst damit, zumal es Gerüchte gibt, wonach EMI erneut vor zusätzlichen Gewinneinbrüchen wird warnen müssen.

Das Geschäftsjahr der Briten endete mit dem 31. März, die vorläufigen Bilanzzahlen werden Ende Mai erwartet. In diesem Jahr hatte die EMI Group bereits zwei Gewinnwarnungen veröffentlicht. Den EMI-Kurs belastete diese Meldung nicht merklich, was vermutlich am zeitgleich bekannt gewordenen Entschluss liegt, beim Downloadverkauf künftig auf DRM verzichten zu wollen. Am 2. April schloss das EMI-Papier mit 228,25 Pence einem Plus von 0,33 Prozent im Vergleich zum Freitagswert.

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