Recorded & Publishing

edel folgt Sony und Universal zur Individual-CD

Wie musikwoche bereits in der vergangenen Woche meldete, startet heute das neue Handelssystem Individual-CD der Kooperationspartner Pressezentrum Lübeck, Universal und Sony. Seit heute ist zudem klar: Auch edel ist an Bord.

Wie musikwoche bereits in der vergangenen Woche meldete, startet heute das neue Handelssystem Individual-CD der Kooperationspartner Pressezentrum Lübeck, Universal Music und Sony Music. Seit heute ist zudem klar: Auch edel music ist mit an Bord, wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber musikwoche bestätigte. Das System, das bei großem Medieninteresse in Lübeck präsentiert wurde, ermöglicht es Kunden des Pressezentrums, ihre Wunsch-CDs selbst zu brennen. Auf einem hausinternen Server sollen demnächst rund 100.000 Alben mit über einer Million Einzeltitel hinterlegt sein. Kunden können – ausgerüstet mit einem Mini-Computer (Handheld, PDA) mit Laserscanner und einem Kopfhörer – 30-sekündige Hörproben testen und bei Gefallen den oder die Titel per Tastendruck auf dem PDA kaufen. Im Anschluss gibt der PDA einem Brennroboter drahtlos den Befehl zum CD-Brennen. Einzeltracks kosten 99 Cent, für den Rohling, eine Hülle sowie ein Cover mit Interpretennamen und Songtitel verlangt das Pressezentrum zwei Euro. Auf eine Individual-CD passen dabei maximal 14 Titel. Das technische Konzept stammt von der Lübecker Firma IMHG (Innovative Musikhandels GmbH & Co. KG), die es speziell für den Musikhandel entwickelte. Es soll nach erfolgreichem Start allen interessierten Fachgeschäften angeboten werden. Für den stationären Musikhandel bedeute es die Chance, einen Teil des an das Internet verlorengegangenen Umsatzes zurückzugewinnen, sagte Martin Salzmann, einer der drei Gesellschafter der IMHG. „Wir bieten mit diesem Verfahren auch ein neuartiges Einkaufserlebnis. Die Kunden können durch die Musik-Abteilung bummeln, die Original-CDs ansehen, anfassen und anhören, mit anderen darüber sprechen und gemeinsam oder individuell auswählen“, so Salzmann. In einer späteren Phase sollen Kunden bei diesem Kiosk-System auch das Format der Titel wählen können: als CD- oder als MP3-Datei. Universal-Chef Tim Renner hält das System für eine „herausragende Initiative“ und hofft, dass weitere Firmen dem Beispiel von Sony, Universal und edel folgen werden. „Die Internet-Downloads in die physische Welt zu adaptieren, ist ein großartiger und logischer Schritt, in dem nicht nur für Universal Music viel Potenzial steckt.“ Auch Sony-Chef Balthasar Schramm zeigte sich zuversichtlich: „Das Pressezentrum Lübeck verbindet die Stärken des wohlsortierten Handels mit den Vorzügen neuer Technologien. Wir freuen uns, einen weiteren richtigen Schritt unterstützen zu können.“

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