Derzeit kommen laut Bartels rund 60 Prozent des Umsatzes von edel distribution aus Geschäften mit den Konzernschwestern der edel records Gruppe, 40 Prozent erwirtschaftet die GmbH mit Partnern wie Kontor, Eagle Vision oder Brainpool. „Wir wollen uns auf keinen Fall festlegen“, erklärt Bartels im Gespräch mit musikwoche.de. „Wir sind prinzipiell für alle Arten von neuen Labels offen. Die Kapazitäten sind da.“ Nach der Trennung von PIAS und dem gemeinsamen Joint Venture Connected Music Vertrieb sowie personellen Abgängen im eigenen Haus will Bartels sein Unternehmen nun wieder stärker für den Markt öffnen.
Dabei kommt ihm und seinem 36-köpfigen Team die Tatsache zugute, dass er neben dem Kernvertrieb, der vornehmlich Repertoire mit größeren Pressauflagen bewegt, mit edel Contraire weiter über einen etablierten Nischenvertriebsarm mit Importerfahrung verfügt. Dabei gilt: Distributionsabkommen mit Drittlabels werden nicht a priori entweder dem Kern- oder dem Contraire-Vertrieb zugeordnet, vielmehr entscheidet edel distribution individuell anhand der Charts-Relevanz einzelner Produkte, welche Abteilung am besten für welches Produkt geeignet ist. Indes will Bartels die „eigene Identität“ von Contraire erhalten, um den Kunden der Abteilung ihre bekannten Ansprechpartner zu garantieren.
Sehr zufrieden zeigt Bartels sich über die Zusammenarbeit mit der Konzernschwester optimal media production in Bezug auf Fulfillment. Seit der Software-Umstellung im letzten Herbst hat sich am Standort Röbel einiges geändert: Inzwischen kann optimal bis zu 15.000 Aussendungen täglich bearbeiten und erreicht in Spitzenzeiten damit 7500 Handels-Outlets. „Vom Packen per Hand wie in Vorkriegszeiten haben wir nun auf Raumschiff Enterprise umgestellt“, so Bartels. Somit sei gewährleistet, dass Lagerung, Distribution, Handling und Abrechnung in einer Hand liegen: „Wir verfügen hier über hochqualifizierte Spezialisten in Verbindung mit großer Schlagkraft.“
Bartels ist besonders stolz darauf, dass die edel-Gruppe nach der Entscheidung eines Labels zur Veröffentlichung einer CD innerhalb einer Woche mit den Produkten in den Läden stehen kann. Ein weiterer, wichtiger Bereich bei edel distribution ist die Abteilung edelkids, die nun an Bartels berichtet – mit einem Marktanteil bei Kindermedien von 13 bis 15 Prozent (GfK) ein wichtiger Umsatzbringer des Unternehmens. Eines der Highlights von edelkids, die Reihe „Petterson & Findus“, verkaufte innerhalb eines Jahres rund 800.000 Einheiten an CDs, VHS und MCs. Hier will Bartels auch künftig im Einzelhandel punkten: „Mit Aktionen im Discount-Bereich generieren wir bis zu einer Millionen Einheiten und sorgen somit für einen zusätzlichen Boost für bestimmte Repertoire-Gruppen.“






