Zunächst dankt Helienne Lindvall als Präsidentin der European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) den Europaabgeordneten Emma Rafowicz und Alice Kuhnke für die von ihnen vorgelegten Vorschläge für das Rahmenprogramm unter dem Motto AgoraEU. Unter anderem wird hier ein Korridor für Fördermaßnahmen im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft für den Zeitraum von 2028 bis 2034 definiert – und dabei unter anderem auch den Musiksektor explizit erwähnt.
Der vorliegende Bericht schlage gezielte Maßnahmen vor, die helfen sollen, den besonderen Herausforderungen und Unwuchten im Musiksektor zu begegnen, die den Sektor belasten, lobt Lindvall mit Verweis auf die „disruptiven Auswirkungen der generativen künstlichen Intelligenz“ und die „zunehmende Marktkonzentration“ und wachsende Dominanz digitaler Dienstanbieter: „Als Musikschaffende würdigen wir zudem die Berichterstatter dafür, dass sie der menschlichen Kreativität Vorrang vor KI-generierten Werken einräumen und sich für volle künstlerische Freiheit, eine faire Vergütung sowie den sozialen Schutz von Künstler:innen und Kulturschaffenden einsetzen“, ergänzt die ECSA-Präsidentin.
Allerdings müsse der Vorschlag, mindestens 15 Prozent des Programmbudgets dem Sektor Musik zuzuweisen, „als absolutes Minimum betrachtet werden“, um den Herausforderungen wirksam begegnen zu können, lässt Lindvall wissen. Zudem vermisse man im Bericht einen expliziten Hinweis auf die nötige Unterstützung für Netzwerke von Musikautor:innen oder ausübenden Künstler:innen, also jener Akteure, „die am Anfang aller musikalischen Werke stehen, innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette jedoch allzu oft die schutzbedürftigste Gruppe“ stellen würden.
Für den 2. Juni 2026 kündigte die ECSA bereits zuvor einen Kreativgipfel an. Dann sollen in Brüssel unter dem Motto „Authors‘ Rights And Music Streaming In The Age Of AI“ unter anderem die Europaabgeordneten Axel Voss und Emma Rafowicz mit Repräsentant:innen der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammentreffen. An Diskussionsrunden nehmen unter anderem Kai Welp als General Counsel der GEMA und die Impala-Vorstandsvorsitzende Helen Smith teil, die sich bereits kurz vor der ECSA zum AgoraEU-Vorschlag zu Wort gemeldet hatte.







