“Wir sind sehr zufrieden mit der Verleihung“, gibt Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer beim Bundesverband Musikindustrie, zu Protokoll. „Die beiden neuen Moderatoren haben souverän durch eine vom ZDF exzellent inszenierte Gala geführt und den Preisträgern mit großer Stilsicherheit die Bühne bereitet.“ Dabei betonten Rolando Villazón und Nina Eichinger bisweilen den Unterhaltungswert der Gala gar zu überschwänglich. Doch Drücke betont: „Wir freuen uns sehr, dass das neue Moderationskonzept aufgegangen ist. Nina Eichinger hat mit ihrem Echo-Debüt frischen Wind in die Verleihung gebracht, Rolando Villazón hat sehr gekonnt und gewohnt humorvoll musikalische Akzente gesetzt und dabei immer wieder die Brücke zur Klassik geschlagen. Als Paar haben die beiden einfach perfekt miteinander harmoniert.“ Den Reigen der Preisträger führte David Garrett an, der mit dem Album „Legacy“ den Bestseller des Jahres hat. Nach ihm trat Bassbariton Erwin Schrott auf, der einen Preis in der Kategorie Klassik ohne Grenzen bekam. Als Laudatorin für die Pianistin Khatia Buniatishvili stand Tori Amos am Rednerpult, um gleich anschließend einen eige-nen Echo in Empfang zu nehmen. Bei der Laudatio auf seinen Tenorkollegen Klaus Florian Vogt sagte Rolando Villazón scherzhaft: „Ich bin richtig sauer.“ Denn das ideale Bild des Lohengrin erfülle wohl eher der blonde Vogt und nicht er, worauf Vogt konterte: „Was für ein Glück, dass Rolando nicht blond ist.“ Für den Sänger Philippe Jarouss – ky waren eigentlich zwei Laudatorinnen vorgesehen. Doch musste Cecilia Bartoli krankheits – bedingt absagen, weshalb auch das geplante Duett der beiden ins Wasser fiel. Doch Donna Leon, die flankierend zum „Mission“-Projekt von Cecilia Bartoli und Philippe Jaroussky mit Werken des Komponisten Agostino Steffani einen Krimi geschrieben hat, kam auch allein zurecht und wünschte Jaroussky in ihrer kurzweiligen, aber etwas langen Rede für seine achtmonatige Auszeit, während der er durch Südamerika, Asien und Australien reisen möchte, alles Gute. „Wir werden auf ihn warten, denn er ist ein Sänger, auf den zu warten sich lohnt.“ Jarousskys Händel-Arie „Ombra mai fù“ aus der Oper „Xerxes“ war denn auch einer der musikalischen Höhepunkte der Gala. Doch es folgten weitere Highlights. Laudator Till Brönner kündigte seine Klassikkollegin Alison Balsom mit hehrem Respekt an: Vorbei seien die Zeiten, in denen man Frauen an der Trompete belächelt habe. Alison Balsom selbst freute sich über ihren zweiten Echo Klassik ganz besonders, weil sie mit „Seraph“ musikalische Risiken eingegangen sei. Ein ungewöhnliches Konzept, für das sie ausgezeichnet wurde, setzte auch die Sopranistin Anna Prohaska mit „Sirènes“ für die Deutsche Grammophon um. „Es muss nicht immer ein Kessel voller Buntes“ sein, erklärte sie in ihrer Dankesrede. Ihr Album zeige, dass Plattenfirmen auch ein alternatives Konzept gut vermarkten können. Auf einen bewegenden Moment musste die Preisverleihung allerdings verzichten: Daniel Barenboim, der Presiträger fürs Lebenswerk, war leider nicht persönlich anwesend. Nachverleihung auf dem richtigen Weg Am Ende ihres Debüts waren die Moderatoren sichtlich erleichtert und scherzten: „Wir haben’s gewuppt.“ Dabei wurden dann noch weitere 26 Produktionen mit einem Echo Klassik ausgezeichnet. Die Nachverleihung sei sehr stilvoll abgelaufen, jeder Künstler habe seinen Echo-Moment auf der Bühne erleben können, sagt Florian Drücke: „Dazu hat nicht zuletzt auch die herzliche Über – gabe der Trophäen durch die beiden Moderaten beigetragen.“ Unterm Strich kam die Preisverleihung diesmal durchweg positiv weg. So meint Christian Kellersmann, Universal Classics & Jazz: „Die Veranstaltung war sehr gelungen. Nina Eichinger und Rolando Villazòn haben ihre Moderation prächtig gemeistert, alle Musikperformances waren auf dem Punkt und die Laudatoren allesamt hoch karätig.“ Und Werner Dabringhaus von MDG sagt: „Ich fand die Gala gelungen. Rolando Villazón hat seine Sache gut, witzig und mit Emotion gemeistert. Es war reichlich viel Show, und trotzdem gab es immer wieder innige musikalische Momente zu erleben. Insgesamt bin ich sehr froh, dass sich das ZDF überhaupt für die Klassik engagiert und damit seinem Auftrag als öffentlich-recht – licher Sender und seiner Verantwortung für unsere Kultur nachkommt. Unsere klassische Musik ist absolut spannend, überraschend, aufregend – dafür braucht man keine Effekte.“
Echo Klassik 2012: Wieder mal gewuppt
Das neue Moderatorenduo Nina Eichinger und Rolando Villazón kam am 14. Oktober 2012 beim 19. Echo Klassik gut an. Die Auftritte vieler populärer Künstler sowie eine ausgefeilte und stimmungsvolle Lichtregie verfehlten im Konzerthaus Berlin nicht ihre Wirkung. Die Herzen des Publikums eroberten vor allem der Countertenor Philippe Jaroussky, die Trompeterin Alison Balsom, die Sopranistin Anna Prohaska und der Tenor Klaus Florian Vogt.






