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Echo für Yusuf stößt auf Kritik

Die Auszeichnung von Yusuf Islam mit einem Sonder-Echo sorgt für Kontroversen. Offenbar halten nicht alle Branchenvertreter die Ehrung des Musikers für eine gelungene Entscheidung.

Die Auszeichnung von Yusuf Islam mit einem Sonder-Echo für seine Rolle als Mittler zwischen den Kulturen sorgt für Kontroversen. Offenbar halten nicht alle Branchenvertreter die Ehrung des Musikers, der unter dem Namen Cat Stevens Weltruhm erlangte, für eine gelungene Entscheidung.

Der „Sonderpreis für sein Lebenswerk als Musiker und Botschafter zwischen den Kulturen“ für Yusuf habe „erhebliche Missstimmungen in der Musikbranche“ ausgelöst, berichtete der „Spiegel“ auf seinen Onlineseiten bereits im Vorfeld der Echo-Gala. Demnach seien „viele Musikmanager empört über die Entscheidung“ der Deutschen Phono-Akademie und sehen in dem Künstler nicht den unumstrittenen „Brückenbauer zwischen dem Westen und der islamischen Welt“, wie es in der Laudatio der Preisverleihung hieß.

„Da musste wohl nur schnell noch ein Star zur Verleihung geholt werden, und keiner hat über die Konsequenzen nachgedacht“, zitiert der „Spiegel“ einen „hochrangigen Plattenmanager“, der ungenannt bleibt. In Kritik war Yusuf unter anderem durch Aussagen aus dem Jahr 1989 geraten, die dem 1978 zum Islam konvertierten Künstler als Unterstützung des Tötungsaufrufs gegen den Schriftsteller Salman Rushdie ausgelegt wurden. Islam bestritt diese Intention allerdings im Nachhinein immer wieder.

1996 hatte Islam außerdem in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ in Bezug auf die Todesstrafe für religiöse Ansichten erklärt: „Wenn jemand Blasphemie betreibt, dann muss er auch entsprechend bestraft werden. Schon bei Jesus stand auf Gotteslästerung Steinigung.“ Vor seiner Echo-Auszeichnung erhielt Yusuf, der als Gegner des Terrors gilt und auch die Anschläge vom 11. September 2001 verurteilte, bereits 2004 den durch ein Komitee von Friedensnobelpreisträgern verliehenen Man For Peace Award.

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