Drei Faktoren gewährleisteten eine harmonische Veranstaltung: Grönemeyer gleich zu Anfang, die schlechte Lage der Musikwirtschaft und ein drohender Krieg im Irak. Das war die wohl treffendste Einschätzung eines Branchenvertreters zum Echo 2003. Häme, Sticheleien und Spott blieben außen vor. Selbst die oft geschmähten Kategorien Schlager und Volksmusik kamen am 15. Februar ungeschoren davon, nachdem die Phono-Akademie diesen Genres wieder ihren angestammten Platz zugestanden hatte. RTL schickte gleich zwei Moderatoren, was nicht heißt, dass die Präsentation dank der Unterstützung von Oliver Geissen nun doppelt so gut oder nur halb so schlecht wie beim letzten Mal war. Dafür hielt sich RTL bei der Anzahl von hauseigenen Laudatoren zurück.
Grönemeyer indes musste so oft auf die Bühne zum Singen oder Preise-Entgegennehmen, dass es ihm fast unangenehm schien. Sichtlich gerührt ließ er das ICC erst andächtig verstummen, um die rund 4000 Gäste im Saal danach zu stehenden Ovationen hinzureißen. Applaus im Stehen erhielten auch die Experimental-Rocker von Can, die ihren Lebenswerk-Award aus den Händen der Red Hot Chili Peppers erhielten. Gedrängt, laut und lange ging es im Anschluss bei der After-Show-Party zu. Auch wenn es wirtschaftlich nicht gerade zum Besten steht, das Feiern ließ sich niemand verbieten. Und die Party war der Verleihung ebenbürtig. Auch am Vortag gab es bereits Preise, die so genannten Branchen-Echos: Im Lokal Käfer neben der Glaskuppel des Reichstags erhielten Sylvia Kollek und Alex Silva Awards fürs Marketing und die Produktion von Grönemeyers „Mensch„. Die Tonträgerabteilung des Hamburger Saturns wurde geehrt wie Amazon.de, Rosenstolz.de sowie Radio Eins als Medienpartner des Jahres.






