Die Jahresbilanz der Warner Music Group wartete zwar mit relativ überzeugenden Zahlen auf, doch an der Wall Street hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Vor allem der Ausblick auf das laufende Quartal lässt nichts Gutes ahnen.
Das erste Viertel des WMG-Fiskaljahres ist gleichzeitig das Weihnachtsquartal, in dem das Gros der Umsätze eingefahren wird. Doch CEO Edgar Bronfman jr. und sein Finanzchef Michael Fleischer machten bei der Vorstellung der Jahreszahlen am 1. Dezember keinen Hehl daraus, dass die Marktbedingungen unvorteilhaft bleiben werden. „Wir werden es im ersten Quartal unseres 2007er-Geschäftsjahres noch schwerer haben, die Vergleichswerte aus dem Vorjahr zu erreichen als im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres“, erklärte Fleischer.
In den drei Monaten bis zum 30. September machte die WMG zwar zwölf Millionen Dollar Nettogewinn, doch ohne die 13 Millionen Dollar, die einmalig durch den Vergleich mit KaZaA in die Kassen gespült wurden, wäre die Quartalsbilanz ins Rot gerutscht. Und die Prognosen für die kommenden Wochen sind wenig ermutigend: Es sei unwahrscheinlich, dass man die Zahlen aus dem ersten Quartal des Vorjahres wiederholen kann, so Bronfman und Fleischer.
Statt den Börsenkurs angesichts einer schwarzen Jahresbilanz nach oben zu treiben, sorgten die Aussagen der Warner-Spitze dann auch für Kursverluste. Die WMG-Aktie ging mit einem Schlusskurs von 24,80 Dollar ins Wochenende – ein Abschlag von 2,44 Prozent im Vergleich zum Vortag.
Und weil trotz der jüngsten Buyout-Gerüchte um die EMI Group eine Fusion mit der Tonträgersparte des britischen Mitbewerbers bestenfalls mittelfristig in Aussicht steht, bleiben die Börsianer skeptisch. Wachovia-Analyst Bishop Sheen meinte: „Jetzt steht Bronfman vor der Aufgabe, die Firma auf die harte Tour zu Wachstum zu führen – mit kleinen, aber sinnvollen Zukäufen.“






