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Dritter Berliner Handelsstammtisch: „Praxis Meets Strategie“

Am 8. Oktober trafen sich Vertreter Berliner Handelshäuser und der Vertriebspartner zum Gedankenaustausch. Der dritte Berliner Handelsstammtisch diskutierte unter dem Motto „Praxis Meets Strategie“ zahlreiche Probleme der Branche.

Auf Einladung von Knut Schulze (Leiter Sony Music Import Service), Albert Wagner (Geschäftsführer L&P Musics) und Sven Gniesewitz (Hauptabteilungleiter Pop & Video Dussmann KulturKaufhaus) versammelten sich 23 Teilnehmer im Restaurant „Mare“. Vertreter der Firmenzentralen wie Stefan Piendl (Geschäftsführer BMG Ariola Classics), Vertriebsmitarbeiter wie Guido Schlender (Verkaufsleiter Nord/ Ost Universal Vertrieb) und Händler wie Wolfgang Albrecht (Geschäftsführer Saturn Märkische Zeile) verteilten sich auf immer neue Diskussionsrunden.

Gniesewitz sprach die Kopierschutzproblematik an: Zwar sei ein Schutz dringend erforderlich, aber die Informationen der Unternehmen ließen zu wünschen übrig. Der Handel sei von den Tests der Hersteller mit Kopierschutzmaßnahmen überrascht worden und musste unzählige CDs umtauschen, die auf den Spielern der Kunden nicht liefen: „Eine Informationskampagne der Hersteller hätte es dem Handel erleichtert, Aufklärungsarbeit gegenüber den Konsumenten zu leisten.“ Stattdessen hätten die Tests für Verunsicherung der Käufer und Händler gesorgt.

Software-Spezialist Ralf Neumann (Geschäftsführer econobit), Schulze und Wagner hoben die Vorzüge des von Neumann entwickelten B2B-Handelsservers hervor (musikwoche.de Heft 37). Dieses System könne die Arbeit der Disponenten revolutionieren. Hans-Wolfgang van Straten, Berater Just Records Babelsberg, erläuterte die Sorgen kleinerer Vertriebsfirmen. So sei es offenbar für Mitarbeiter von Elektrofachmärkten einfacher, Kunden an sein Unternehmen zu verweisen, als CDs aus seinem Programm über eine Sonderlieferanten-Liste zu ordern.

Der weiterhin für edel Contraire tätige Rolf Bähnk sprach über die Probleme von Anbietern mit Spezialistenprogramm: Das Aus von Fachgeschäften wie dem Medienhaus Prinz könnten andere Händler zwar zahlenmäßig, aber kaum hinsichtlich der Beratungskompetenz ausgleichen. Rechtsanwalt Ulrich Schulze-Rossbach hielt ein Plädoyer gegen die Veröffentlichungsflut der Hersteller und bemängelte den „Jugendwahn“ im Marketing. Kunden im Alter von mehr als 30 Jahren würden noch immer sträflich vernachlässigt.