“Der Kongress ist fantastisch“, lobt Pieter van Adrichem, Organistor des Amsterdam Dance Event. „Denn wo sonst kann man problemlos Daniel Miller an der Bar kennenlernen?“ Der englische Mute-Chef stand auch im Mittelpunkt des ersten Panels, wo er zusammen mit Hell, Geschäftsführer von International DeeJay Gigolo Recordings, DJ John Acquaviva und Ellen Allien, Chefin des Labels BPitch Control, neue Formen des Miteinanders von Indies und Majors diskutierte. „Die Majors sind für mich keine Teufel“, erklärte Allien, die bei der Lizenzierung des Elektro-Tracks „Missy“s Gonna Die Tonight“ von Tok Tok an eastwest „sehr gut“ mit dem Unternehmen zusammengearbeitet habe. Miller, der das Panel informierte, dass er im Falle des EMI-Verkaufs Mute zurück erhalte, erläuterte seine Firmenphilosophie: „Ich habe noch nie Künstler unter Vertrag genommen, weil ich glaubte, dass sie gut verkaufen.“
Tina Funk, Geschäftsführerin der deutschen Mute-Dependance, moderierte die Diskussionsrunde „Labeldeals: Killing Me Softly?“. Hier warnte William Röttgers, President Low Spirit, vor einer festen Bindung an eine große Plattenfirma. „Nur wer wirklich große Stückzahlen verkaufen will, muss zu einem Major.“ Konrad von Löhneysen, Geschäftsführer Ministry Of Sound Germany, verriet, warum die Situation der nationalen Indie-Firmen im Vergleich mit den USA und Großbritannien schwieriger ist: „Wir haben uns in den letzten Jahren zum Sklaven des Fernsehens gemacht. Das erfordert vorab hohe Marketingausgaben, die nur ein Major bewältigen kann, wobei auch hier 90 Prozent der Veröffentlichungen keinen Umsatz machen.“ In UK und USA sei die Mediensituation viel differenzierter, wodurch vor allem „bei den Singles der Anteil von Indie-Firmen viel größer ist“.
Dabei wandelt sich auch in Deutschland die Situation: 30 Millionen Internet-Usern stehen 60 Millionen Handy-Nutzer gegenüber, wie das Panel „Realtime Marketing“ feststellte: Die Referenten sahen mobile Kommunikationstechnologien als ideale Marketing-Instrumente an. Der Download von Musik aufs Handy ist jedoch noch unrealistisch, wie Hubert Gertis, President Gertis Media, erklärte. Neben den Panels genossen auch Technikdemonstrationen, die Stände von 25 Firmen, das Partyprogramm und die Awards starken Zulauf.
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