Dass der digitale Musikvertrieb über Mobilfunknetze auch in den USA langsam an Relevanz gewinnt, zeigt ein Disput zwischen der Digital Rights Agency (DRA) und Sprint Nextel. Der Content Aggregator wirft dem Netzbetreiber vor, Independentlabels zu benachteiligen. In einem Schreiben an Gary Forsee, den CEO von Sprint Nextel, beschwert sich DRA-Geschäftsführer Tuhin Roy über den mobilen Downloaddienst des Providers, der gegenwärtig nur Repertoire der vier Majors anbietet.
„Es ist schlichtweg inakzeptabel, dass Sprint die Independentlabels weiterhin ausschließt. Es ist auch nur schwer nachzuvollziehen, wie Sprint mit iTunes oder Verizon V Cast konkurrieren will, wenn 25 Prozent der Kundenanfragen nicht befriedigt werden können“, so Roy, der davon ausgeht, dass ein Viertel des US-Musikmarkts mit Repertoire aus Indiequellen bestritten wird. Das Sprint-Angebot wartet derzeit mit rund 320.000 Titeln der Majors auf.
Der Service wird vom Dienstleister Groove Mobile gespeist, der zwar auch einen Rahmenvertrag mit diversen Indies und der DRA geschlossen hat, doch Sprint hat es bislang versäumt, sich Lizenzen von den Mittelständlern zu sichern. Seit zwei Jahren versuche die DRA vergeblich, mit Sprint zu einem Ergebnis zu kommen, sagt Roy, doch die Mobilfunker hätten sich bislang zu unbeweglich gezeigt. Sprint-Sprecher Aaron Radelet erklärte, man verhandle noch mit den Labels und erwarte demnächst Ergebnisse. V Cast, der neben Sprint einzige Anbieter von Mobildownloads in den USA, preist über eine halbe Million Songs in seinem Katalog an, darunter auch Indietitel, die der Dienstleister The Orchard zuliefert.





