Der Musikhandel in Großbritannien hat im abgelaufenen Jahr weniger Alben abgesetzt als noch im Jahr zuvor. Der Singles-Markt verbuchte dagegen dank des boomenden Download-Segments Zuwächse im zweistelligen Bereich.
Nach Zahlen des Branchenverbandes BPI gingen 2006 rund 155,1 Millionen Longplayer über die Ladentheken, 2005 lag die Zahl noch bei 159 Millionen – ein Minus von rund 2,5 Prozent. Bei den Singles wuchs die Nachfrage dagegen um 39,7 Prozent auf 66,9 Millionen verkaufte Titel an, der beste Wert seit 1999.
Verantwortlich dafür war in erster Linie das boomende Digitalgeschäft, das eine Zuwachsrate von 98,9 aufweisen kann. Inzwischen werden rund 79 Prozent aller abgesetzten Singles digital verkauft, bei den Alben sind es 1,4 Prozent. Die DVD-Verkäufe stiegen um 9,6 Prozent auf 7,2 Millionen Exemplare. Kumulierte Marktzahlen verriet die BPI noch nicht.
„Die Bedingungen im Einzelhandel sind hart, aber der Schlüssel für die Zukunft der Branche liegt in der Musik selbst“, erklärte BPI-Chairman Peter Jamieson. „Es gilt weiterhin die Musik zu entdecken, zu fördern und zu promoten, die die Konsumenten kaufen wollen, sowie sich den veränderten Kundenwünschen anzupassen. So hat das digitale Geschäft den Singles-Markt innerhalb von nur zwei Jahren auf das hohe Niveau der 90er-Jahre zurückgebracht.“






