Die Marktforscher der NPD Group sehen legale Downloads im Vergleich zur P2P-Nutzung auf dem Vormarsch. Filesharing schlage Bezahlangebote zwar noch immer um Längen, doch die Nutzung der legalen Dienste wachse schneller als der Musikklau per P2P.
Das klingt auf den ersten Blick nach einer guten Nachricht, doch auch die NPD Group verschließt die Augen nicht vor der Realität: Während iTunes Jahre brauchte, um zwei Milliarden Songs zu verkaufen, wird diese Anzahl durch weltweites Filesharing in weniger als einem Quartal heruntergeladen. Dennoch versucht Russ Crupnick eine positive Sicht der Lage zu verbreiten. Der Vice President des Marktforschers kommt zu dem Schluss: „Legale À-La-Carte-Downloads waren die am stärksten wachsende digitale Musikkategorie im Jahr 2006. Und wahrscheinlich wird die Zahl der jährlichen legalen Nutzer die der P2P-Nutzer im Jahr 2007 überflügeln.“
Die Zahl der P2P-nutzenden US-Haushalte sei im letzten Jahr nur um acht Prozent auf 15 Millionen gestiegen. Gleichzeitig habe sich die Zahl der legal downloadenden Haushalte seit 2004 auf knapp 13 Millionen verdreifacht. Doch das Ungleichgewicht zeigt sich anderer Stelle: Die Filesharer in den USA haben laut NPD-Rechnung mehr als fünf Milliarden Songs aus dem Netz gezogen – ein Plus von 47 Prozent, während die Downloadkunden nur gut 500 Millionen Titel erworben haben (immerhin ein Zuwachs um 56 Prozent).
Insgesamt gibt es laut Crupnick in den USA inzwischen 47 Millionen sogenannte „digitale Musikhaushalte“ – also solche, in denen mindestens ein Haushaltsmitglied Musik per Download, Stream, CD-Rippen oder -Brennen und Upload nutzt. Unter den P2P-Anwendungen hat Limewire mit 62 Prozent der Downloads die Nase vorn. Der durchschnittliche Limewire-Nutzer hat sich im letzten Jahr 309 Songs heruntergeladen. Das sind 49 Prozent mehr als im Jahr davor. Dagegen kauften iTunes-Nutzer – mit 70 Prozent Anteil die größte Gruppe unter den legalen Downloadern in den USA – elf Prozent weniger Downloads.





