Gleich zum Auftakt der Gala legte Helene Fischer mit ihrem aufwendig in Szene gesetzen Hit „Atemlos“ die Messlatte hoch. Später veredelte sie zudem als Duettpartnerin den Auftritt von James Blunt. Ihre Moderationen dosierte sie eher vorsichtig, aber ausufernde Ansagen waren unter dem Funkturm sowieso nicht gefragt. Schließlich traten jede Menge Laudatoren ans Mikrofon, die mal mehr und mal weniger eloquent sagten, was zu sagen war, wobei niemand unangenehm auffiel. Max Raabe durfte gleich mehrmals als cooler Ansager ran und schaltete für Shakira mal kurz in eine andere Stilebene, um sie eine „rattenscharfe Popnudel“ zu nennen. Und Ina Müller bedankte sich bei den scheidenden Chefs ihres Labels 105 Music aufs Herzlichste und schnoddrig, wie man sie halt kennt: „Danke Roman, danke Heinz, dass ihr mir nie auf den Sack gegangen seid und dass ich nie mit euch schlafen musste.“ Robbie Williams sparte sich diesmal den Trip nach Berlin und ließ sich die Echo-Trophäe nach L.A. liefern. Von dort grüßte er per Video und fragte: „Germany, will you marry me?“ Die Antwort steht noch aus. Peter Maffay spielte den Song „gelobtes Land“ von seinem aktuellen Album, „Wenn das so ist“, und war vermutlich der erste Preisträger in der Geschichte des Echo, der seine Trophäe gleich zweimal in Empfang nahm. Beim Charity-Buffet im Fluxbau hatte er am Vorabend zudem einen Scheck über 30.000 Euro für seine Peter-Maffay-Stiftung erhalten, nachdem sein Soulmate Leslie Mandoki eine emotionale Laudatio über die Umwertung der Werte in der Rockmusik gehalten hatte. Und weil doppelt genäht besser hält, durfte Echo-Preisträger Tim Bendzko bei der Gala dann eine zweite Laudatio auf Maffay halten. Yello sorgten für einen Höhepunkt Merkwürdig fand der eine oder andere Beobachter vielleicht, dass Adel Tawil als erfolgreichster Newcomer ausgezeichnet wurde, was den Künstler wohl selbst ein wenig wunderte, der den Preis dem Kollegen Haftbefehl und den anderen Nominierten widmete. Die Fantastischen Vier hechelten sich anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens in 250 Sekunden durch 25 Hits – früher nannte man so etwas ein Medley, heute macht man viel Bohei um einen „gelungenen Rekord“. Dieter Meier und Boris Blank von Yello, die den Echo fürs Lebenswerk bekamen, sorgten für einen Höhepunkt des Abends, als sie mal eben auf der Bühne per selbst programmierter Smartphone-App eine knackige Nummer kreierten. Und so wurde aus der diesjährigen Echo-Verleihung unterm Strich eine runde Sache. Fein auch, dass die TV-Übertragung am 27. März in der ARD mit 4,21 Millionen Zuschauern den besten Wert seit 2008 erreichte, als – damals noch zu RTL-Zeiten – 4,46 Millionen Zuschauer eingeschaltet hatten. Zudem kam die diesjährige Echo-Ausgabe auf genauso viele Zuschauer wie 2006, als ebenfalls 4,21 Millionen Zuschauer ab drei Jahren die Gala verfolgt hatten. Somit war die Echo-Verleihung 2014 die erfolgreichste seit Beginn der Übertragungen im Ersten im Jahr 2009. Allerdings kommt sie nicht an die Rekordwerte aus den RTL-Jahren heran. Zum Vergleich: 2003 interessierten sich 6,34 Millionen Zuschauer im Alter ab drei Jahren für die Gala, in der werberelevanten Zielgruppe holte RTL damals gar einen Marktanteil von 36,8 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr gewann der Echo 2014 jedoch hinzu: Der Marktanteil der dreistündigen Show betrug am Donnerstagabend in der ARD 15 Prozent. Damit legte die Gala im Vergleich mit dem Vorjahr um eine knappe halbe Million zu: 2013 hatten 3,73 Millionen Menschen die Show verfolgt (Markt – anteil: 13,3 Prozent). Und auch bei den 14- bis 49- Jährigen geht es nach oben: 1,42 Millionen Zuschauer aus dieser Altersgruppe wollten den Musikpreis der Deutschen Phono-Akademie sehen (Marktanteil: 12,9 Prozent). 2013 waren es nur 1,22 Millionen (Marktanteil: 11,4 Prozent). Thomas Schreiber, der ARD-Koordinator Unter – haltung, zog denn auch ein positives Fazit und bedankte sich bei Helene Fischer und dem gesamten Team, das einen „unterhaltsamen und erfolgreichen Echo 2014 gerockt“ habe. „Ich bin sehr froh, dass Helene im bislang erfolgreichsten Jahr ihrer Laufbahn als Gastgeberin und als Sängerin das Publikum auf das Beste unterhalten hat.“
Dossier: Willkommen zur Helene-Show!
Die eindeutige Siegerin der diesjährigen Echo-Gala in Berlin heißt Helene Fischer. Die bei Universal Music unter Vertrag stehende Allroundkünstlerin überzeugte als Moderatorin der Preisverleihung und holte sich bei der Gelegenheit zwei Echos ab. Wahrscheinlich erreichte die TV-Übertragung wegen ihr den besten Wert seit 2008.






