Recorded & Publishing

Dossier: Universal und Sony Music führen das Feld an

Nach drei Quartalen verfestigen sich die Tendenzen beim Kampf um die Chartsanteile. Zwar liegt Universal vor Sony Music, aber der Vorsprung, den die Berliner auf die Münchner vor einem Jahr hatten, ist geschrumpft. Davon unberührt bleibt XL Beggars dank Adele das Label mit dem höchstem Prozentanteil in der Longplay-Auswertung, und auch Vertriebspartner Indigo profitiert von der Sängerin.

In den ersten neuen Monaten 2011 bleibt Universal in fast allen Bereichen die Nummer eins: Der Major liegt – gerechnet nach Chartsanteilen – in der Longplay- und Singles-Wertung bei den nationalen Veröffentlichungen wie auch im Verlagsgeschäft vorn. Mit Ausnahme des Compilation-Segments, in dem Universal sich von 51,86 auf 54,22 Prozent ver – bessert, muss der Major in diesem Jahr jedoch in all diesen Feldern einen Rückgang im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum hinnehmen. Stand der kumulierte Chartsanteil Longplay der Berliner vor Jahresfrist noch bei 41,6 Prozent, so steht der Wert 2011 bislang bei 33 Prozent. Bei den Singles geht der Anteil von 52,91 Prozent auf 44,09 Prozent zurück. Dennoch hat Universal seine dominierende Stellung nicht verloren. Das zeigt sich auch daran, dass vier der zehn erfolgreichsten Labels im Longplay-Bereich aus dem Hause Universal stammen; bei den Singles sind es sogar fünf. Mit erfolgreichen Künstlern wie Andrea Berg, Zaz, Foo Fighters, Hurts, Alexandra Stan, Tim Bendzko, Pitbull oder Usher punktet derweil Sony Music in den ersten neun Monaten. Die Münchner legen beim wichtigen Segment Longplay von 22,74 Prozent auf 24,21 Prozent zu und verkürzen damit den Abstand zu Universal auf rund acht Prozentpunkte. Zu den Gewinnern im Erhebungszeitraum zählt auch EMI Music. Im Longplay-Segment wachsen die Kölner von 9,76 Prozent auf 14,24 Prozent, und auch bei den Singles sieht die Lage erfreulich aus: Hier legt EMI von 9,18 Prozent auf 13,87 Prozent zu. Ein großer Anteil dieser Zuwächse hat mit dem Erfolg von Herbert Grönemeyer zu tun, aber auch Helene Fischer, David Guetta und Roxette tragen ihren Teil zur positiven Bilanz von EMI bei. Indes braucht sich Warner Music hinter den Majorkollegen nicht zu verstecken. Im Longplay-Segment stehen die Hamburger nur mit einem hauch dünnen Abstand hinter EMI, und bei den Singles stellen sie mit Bruno Mars den erfolgreichsten Künstler in den ersten drei Quartalen. Bei den Albumkünstlern dürfte es allerdings schwer werden, Adele bis Jahresende noch den Sieg streitig zu machen. Ihre CD „21“ führt die Albumauswertung an, zudem sorgte die englische Sängerin nahezu im Alleingang dafür, dass der Chartsanteil ihres deutschen Vertriebs Indigo von 1,15 Prozent auf 5,05 Prozent anstieg. Bei den Singles teilen sich die durch Adele generierten Zuwächse allerdings auf zwei Firmen auf: Kontor New Media legt bei Singles zu Bei den Digitalverkäufen profitiert Beggars New Media, der Digitalarm von Adeles Label Beggars Group. Hier wächst der Wert von 2,85 Prozent auf 4,16 Prozent. Bei den physischen Singles-Verkäufen schlagen die abgesetzten Tonträger wieder bei Indigo auf. Der Indievertrieb verbessert sich hier von 0,09 auf 0,28 Prozent. Im digitalen Trackgeschäft entwickelt sich Kontor New Media mehr und mehr zu einer Macht. In der Gesamt – wertung Singles kommt das Team von Michael Pohl auf 4,16 Prozent (Vorjahreszeitraum: 2,85 Prozent). Noch deutlicher zeichnet sich die Marktmacht der Hanseaten bei den nationalen Singles- Veröffentlichungen ab. Hier liegt Kontor New Media als Drittplatzierter mit 4,06 Prozent immerhin noch vor Warner Music mit 2,8 Prozent und EMI mit 1,05 Prozent. Im Verlagsgeschäft stehen die vier Majors jedoch vorn. Im Vergleich mit den ersten neun Monaten 2010 verbessert sich die Universal Music Publishing Group von Rang zwei auf den Spitzenplatz, dafür fällt EMI Music Publishing von Position eins auf zwei. Unverändert auf Rang drei steht Sony/ATV, während sich Warner/Chappell von Position fünf auf Rang vier verbessert hat.

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