Recorded & Publishing

Dossier: Independent Days

2013 feiert der Indie-Verband VUT sein 20-jähriges Jubiläum. Das tut er vom 4. bis 6. September mit den VUT Indie Days in Berlin, deren Höhepunkt die Verleihung der VIA – VUT Indie Awards ist, die der VUT erstmals vergibt. Die Indie Days gehören zum Programm der Berlin Music Week, die ebenfalls die Idee der Unabhängigkeit hochhält.

Initiiert vom VUT – Verband unabhängiger Musikunternehmen geht die Preisverleihung, die unter dem Motto „Mut zum Neuen! Leidenschaft für die Sache“ steht, am 6. September ab 19 Uhr im Fritz Club über die Bühne. „Die VIA – VUT Indie Awards sind ein Symbol für Respekt und Anerkennung der unabhängigen, selbstorganisierten und trendsetzenden Musikszene in Deutschland“, sagt Jörg Heidemann, der in der VUT-Geschäftsstelle die Federführung des Projekts innehat. „Bei der Verleihungsfeier werden wir zusammen mit den nominierten Musikern, Menschen aus allen Bereichen der Branche und vielen Gästen unabhängige Großartigkeit feiern, abseits von Wettbewerb und den Problemen und Ärgernissen des Indie-Alltags.“ Heidemann verspricht: „Es wird eine großartige Party – wer sich zu spät entscheidet und dann nicht mehr reinkommt, den bestraft das Leben.“ Für Musik sollen Acts wie Ada, Gudrun Gut und T.Raumschmiere mit DJ-Sets sorgen, weitere Künstler sollen laut VUT noch hinzukommen. Als Moderatorin führt Jeannine Michaelsen durch den Abend, die unter anderem „Ehrensenf“ moderierte und inzwischen beim WDR-Radiosender 1Live mitwirkt. Außerdem soll VUT-Vorstand Oke Göttlich die Gäste begrüßen. Derzeit rechnet Jörg Heidemann mit gut 1000 Teilnehmern an der Preisverleihung; kostenlose Anmeldungen sind über die Onlineplattform Eventbrite möglich. Die ersten VIA – VUT Indie Awards werden in sechs Kategorien verliehen. Dabei gilt es zunächst, ein Album, einen Act, ein Musiklabel, ein besonderes Experiment und einen Newcomer aus der Indieszene zu küren. Bei diesen fünf Auszeichnungen handelt es sich um Jurypreise. Die ersten vier basieren auf dem Votum eines vielköpfigen Fachgremiums aus Medien- und Handelspartnern, zu dem auch Musik- Woche-Redaktionsleiter Norbert Schiegl gehört. In der Newcomer-Kategorie kommen außerdem die VUT-Mitglieder zu Wort. Schließlich lobt der VUT-Vorstand einen Sonderpreis aus, der ausdrücklich nicht als Ehrung für das Lebenswerk gemeint sein muss. Nach Abschluss der Vorschlagsphase stehen inzwischen die Nominierten für eine Auszeichnung in den fünf Jurykategorien fest. Mit zwei Nennungen findet sich das Projekt Kid Kopphausen von Gisbert zu Knyphausen und dem am 10. Oktober 2012 verstorbenen Nils Koppruch auf der Shortlist der VIA – VUT Indie Awards, einmal mit dem Werk „I“ in der Albumkategorie, ein zweites Mal als Act des Jahres. Außerdem können sich Cro mit „Raop“, Nils Frahm mit „Screws“, DJ Koze mit „Amygdala“ und Kadavar mit ihrem gleichnamigen Longplayer Chancen auf eine Auszeichnung ausrechnen. Als bester Act sind derweil neben Kid Kopphausen auch Dagobert, Get Well Soon, Otto von Schirach und John Talabot nominiert. Im Bereich Label steht die Entscheidung zwischen Audiolith International, City Slang, Domino, Erased Tapes und Pampa Records an. „Ich bin inhaltlich mit den Shortlist-Kandidaten sehr zufrieden“, sagt Jörg Heidemann kommentierend zum Votum. Und auch Lars Potyka vom VUT freut sich auf den Preis. „Es ist schon lange überfällig, dass man die Großartigkeit der Independent-Musikwelt auszeichnet.“ Parliament, Panels und Products Die Preisverleihung am 6. September ist gedacht als krönender Abschlussss der Indie Days, die für die Besucher der Berlin Music Week neben den Awards am Freitagabend ein zusätzliches, reichhaltiges Programm bereithalten. Dabei definieren sich die VUT Indie Days als Teil des Konferenzprogramms Word innerhalb der Berlin Music Week und umfassen die drei Säulen Parliament, Panel und Products, wobei alle Veranstaltungen im Postbahnhof an der Straße der Kommune über die Bühne gehen. Unter dem Stichwort Parliament tagen am 4. September verschiedene Organisationen. So will die Fachgruppe „Musikverleger im VUT“ den Verlegern die Möglichkeit geben, sich noch besser zu vernetzen. Zudem treffen sich die fünf Regionalgruppen des VUT zum überregionalne Austausch. Geplant ist auch, eine neue Fach-gruppe „Selbstvermarkter im VUT“ zu gründen. Von 12 bis 18 Uhr findet die VUT-Vollversammlung statt. Das Get Together danach soll nahtlos in die- Eröffnungsfeier der Berlin Music Week (BMW) übergehen. Am BMW-Donnerstag beginnt dann das Panelprogramm. MusikWoche präsentiert als Medienpartner der Veranstaltung die Runde „Biete Musik, suche Hörer- Wie erreichen wir wen, und wo tun wir dies?“. Nach einer Einführung durch den Medienforscher Dr. Ekkehardt Oehmichen diskutieren Martin Koller (Prophecy Productions); Thorsten Freese (Believe Digital Deutschland) und Wally van Middendorp (Eleven Seven Music Europe) unter der Moderation von MusikWoche- Chefredakteur Manfred Gillig-Degrave, wie Labels ihre Ziegruppen am besten erreichen. Zu den Panelisten der übrigen Diskussionsrunden gehören unter anderem Charles Caldas (Merlin), Charlie Phillips (WIN), Horst Weidenmüller (!K7), Mona Rübsamen (Flux.fm), Dirk Wilberg (Community PR), Mark Chung (Freibank), Alison Wenham (AIM), Rechtsanwalt Martin Schaefer, Helen Smith (Impala), Lars Hendrik Riemer (GEMA), Oke Göttlich (finetunes/VUT) und Johnny Haeusler (Spreeblick). Thematisch dreht es sich bei den einzelnen Panels um Fragen zu Streaming, Abomodellen, Major-Oligopolen und externen Impulsen für eine disruptive Branche. Auch die Netzgemeinde und Urheber sowie ihre Partner sollen sich hier begegnen. Unter dem dritten Stichwort „Products“ soll sich am 5. und 6. September der Postbahnhof zum Marktplatz der Independentbranche wandeln. Hier wollen die Initiatoren Raum schaffen für Geschäftstreffen, Empfänge, Verkauf, Firmenworkshops, Künstler, Labels, Verlage, Vertriebe, Promoter, Plattenläden und Organisationen wie Phononet, GEMA, GVL oder GS1. Am BMG-Freitag veranstaltet der VUT für seine Mitglieder sogenannte Business Meeting Sessions, bei denen insgesamt 40 nationale und internationale Branchenrepräsentanten den Delegierten der VUT Indie Days bei Einzelgesprächen zur Verfügung stehen. Konkret handelt es sich bei den Treffen um die Sessions „Meet The European Indies“, „Meet The International Music Journalists“, „Meet The GermanRadio“ und“Meet The German Indies“. Zudem tagt am 6. September, bevor die VIA-VUT Awards steigen, die Impala-Vorstandsitzung und Mitgliederversammlung – ebenfalls im Postbahnho

Neugierig?

Jetzt als Abonnent anmelden und weiterlesen.

Du hast noch kein Abo? Dann hol dir jetzt das Digitalabo für nur 39,90 Euro pro Monat.

Anmelden