Recorded & Publishing

Dossier: Fakten zum Youtube-Diskurs

Im unendlichen Zwist zwischen GEMA und YouTube will „Spreeblick“-Blogger Johnny Haeusler beide Seiten dazu auffordern, sich zu einigen. Häusler, einst mit der Gruppe Plan B auch selbst als Musiker aktiv, suchte dafür in seinem Blog Unterstützer. Er stieß eine für das Internet nicht untypische Debatte an.

“Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, weil sich Google nicht auf ein Schlichtungsverfahren einlässt und die GEMA noch immer keinen neuen Tarif angeboten hat. Das muss sich ändern.“ Diese Botschaft, eingearbeitet in eines der typischen Mitteilungsfenster, die Nutzer häufig anstelle der eigentlich aufgerufenen Musikvideos auf der YouTube-Plattform sehen, stellt „Spreeblick“-Blogger Johnny Haeusler seinem Beitrag voran. Unter der Überschrift „YouTube & GEMA: Ein Appell mit Bitte um Unterstützung“ formuliert Haeusler unter anderem die Hoffnung, „dass es eine Lösung gibt, wenn sich beide Parteien einen Ruck geben“. Um „diesen Ruck etwas zu forcieren“, skizzierte er anschließend einen Lösungsansatz. Der sieht vor, dass beide Parteien auf – einander zugehen: Die GEMA müsste, so mahnt Häusler an, „einen wesentlich realistischeren Tarif für Google/YouTube anbieten als bisher“, die Betreiber der Videoplattform sollten sich dann auf ein Schlichtungsverfahren einlassen, „genau so, wie es andere Unternehmen auch getan haben oder tun“. Binnen kurzer Zeit fanden sich viele Unterstützer für den Vorstoß. Viele Kommentare von Nutzern, interessierten Beobachtern und auch Branchenmenschen wie der GEMAMarketing- und Kommunikations leiterin Bettina Müller oder des Musikverlegers Rudy Holzhauer belegen die Dringlichkeit des Problems. Vor allem Holzhauer, Geschäftsführer des Progressive Musikverlags Hamburg, versuchte, die Diskussion weg vom beliebten GEMA-Bashings auf eine sachliche und fundierte Ebene zu hieven. Quasi nebenbei verwies er parallel zur Debatte um Lizenzen und Tantiemen auf einen Aspekt, der in der Diskussion um die Nutzung von Musik für Videoclips häufig unter den Tisch gekehrt wird: Es geht um das Persönlichkeitsrecht der Komponisten und die Frage, ob sich Kreative eigentlich per se damit abfinden müssen, dass man ihre Arbeit als Untermalung für nutzergenierte Clips verwendet. MusikWoche dokumentiert den ent – sprechenden „Spreeblick“-Kommentar von Rudy Holzhauer in überarbeiteter Form als Anregung für weitere Diskussionen.

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