Lange Zeit schien es so, als lebten Musikbranche und Gamesindustrie in verschiedenen Welten. Zu marginal waren die Berührungspunkte zwischen den beiden Entertainmentzweigen. Vor einem Vierteljahrhundert gab der japanische Hersteller Namco gerade einmal 1000 Dollar für die Musik des Spiels „Pacman“ aus. Das war rund ein Prozent des gesamten Entwicklungsbudgets. Für die Bestsellergames von heute fallen mitunter Entwicklungskosten von bis zu 30 Millionen Dollar an – umgerechnet mehr als 21,2 Millionen Euro. Und für die Erstellung des Soundtracks zum Spiel planen die Publisher in der Regel zwischen zwei und fünf Prozent des Budgets ein. Allein an dieser simplen Gegenüberstellung zeigt sich, wie wichtig der lange vernachlässigte Gamesbereich für die Musikindustrie geworden ist. Doch so richtig aufgeweckt aus seinem Dornröschenschlaf wurde das Musicbiz vom Erfolg der sogenannten Rhythm Games wie „Guitar Hero“ oder „Rock Band“: Kaum eine Spielegattung konnte in den letzten Jahren mehr neue Anwender für moderne Konsolen gewinnen als diese Musikgames, die inzwischen zu einem
Dossier: Der will doch nur spielen
Die Zahl junger Menschen, die noch bereit sind, für Musik Geld auszugeben, schrumpft seit Jahren in bedenklichem Maß. Gleichzeitig explodieren seit Monaten die Einnahmen bei Herstellern von Musikgames. Je größer die Erfolge von „Rock Band“, „SingStar“ oder „Guitar Hero“ werden, desto mehr wächst das Interesse der Musikbranche an diesem Geschäft. Es geht schließlich um Umsätze in Milliardenhöhe.





