Recorded & Publishing

Dossier: c/o pop 2010 – Warum ist es am Rhein so schön?

Nach dem Umzug der Popkomm von Köln nach Berlin verfiel die Kölner Szene nicht in Schockstarre, sondern machte sich umgehend daran, eine bessere Alternative auf die Beine zu stellen. Spätestens im siebten Jahr ist das den Organisatoren der c/o pop gelungen. Auch wenn dieser Schritt nach vorn wieder neue Herausforderungen mit sich bringt.

Unter der Dachmarke c/o pop sind inzwischen vielfältige Aktivitäten gebündelt: vom Festival über „Europareise“, das Meeting der Festivalveranstalter, und „Campus Spotlight“ für den studierenden Nachwuchs bis hin zum Konferenzteil. Der lief erstmals unter dem Namen C’n’B – Creative Business Convention. Und auch wenn man schon in früheren Jahren über den Tellerrand der Musikindustrie geblickt hat, so sollte das neue Konzept der C’n’B in diesem Jahr erstmals ganz dezidiert alle Kreativbranchen ansprechen – von der Musik über den Film bis hin zum Buch. Dass das nur ansatzweise geklappt hat, muss indes kein Manko sein, denn auch so gab es an den beiden Tagen (24. und 25. Juni) genug interessante Themen im Kongressprogramm. Man hat sich im Vorfeld offensichtlich nach Kräften bemüht, die bei den vielen Branchenmeetings rotierenden Allerweltsthemen zu vermeiden. Doch nicht nur inhaltlich, auch quantitativ hat C’n’B im Vergleich mit der c/o pop Convention 2009 zugelegt. Die Veranstalter meldeten jedenfalls gestiegene Zahlen bei Akkreditierten, Referenten (145) und Panels (50). Allein die Anzahl der Delegierten habe um 30 Prozent zugenommen. An dem von c/o pop 2007 gegründeten Netzwerk Europareise nahmen 2010 wieder knapp 100 Festivals und Institutionen aus 25 Ländern teil. Mehr Anmeldungen gab es zudem auch bei der Veranstaltung „International Matchmaking“. „Diese erfreuliche Entwicklung wurde vor allem durch die gezielte Förderung seitens der Stadt Köln und durch das Land NRW ermöglicht und zeigt, dass der,Pop-Metropole Köln‘, wie sie Bürgermeisterin Elfie Scho-Antwerpes bezeichnete, als Standort für die Kreativbranche eine immer größere Bedeutung zufällt“, hieß es dazu aus Köln. Zum Start von c/o pop und C’n’B erklärte Norbert Oberhaus, Geschäftsführer cologne on pop: „Wir bespielen einen neuen Termin, eine neue Festivalzentrale und haben mit der C’n’B in kürzester Zeit eine komplett neue Veranstaltung aus der Taufe gehoben. Umso mehr freuen wir uns über das positive Feedback seitens des Konzert- und Fachpublikums, das sich an den guten Vorverkaufszahlen und den zahlreichen Akkreditierungen ablesen lässt.“ Der Startschuss zur siebten Ausgabe der c/o pop Festival & Convention und der erstmals neu positionierten Kongressveranstaltung C’n’B fiel am Abend des 23. Juni in den Räumlichkeiten der Koelnmesse, die der Musikwirtschaft aus den Popkomm-Jahren noch gut bekannt sind. Dabei erhielt das Veranstalterteam um Norbert Oberhaus reichlich Lob; die Erwartungen von Staatssekretär Dr. Jens Baganz vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium und von Kölns Bürgermeisterin Elfie Scho-Antwerpes liegen aber auch entsprechend hoch. Viel Lob und viele Erwartungen Norbert Oberhaus sei der „Hauptverantwortliche für die Wiederbelebung der Kreativszene in Köln“ sagte Baganz und erinnerte an den Weggang der Popkomm aus Köln. Der sei ein „Schlag für das Land“ gewesen. In solchen Fällen gelinge es nur wenigen, etwas Neues noch erfolgreicher aufzubauen: „Was Ihnen hier mit Ihrem Team gelungen ist, das macht Ihnen in Nordrhein-Westfalen so schnell keiner nach.“ Baganz verwies zudem auf die vielen Impulse, die von der c/o pop bereits ausgegangen seien. Im Hinblick auf die neue Ausrichtung des Branchentreffs, die übergreifend auf das ganze Spektrum der Kreativwirtschaft abzielt, erhofft sich Baganz eine „aufladende Wirkung“. Die C’n’B sei landesweit das erste Forum, das Begegnungen jenseits der Grenzen einzelner Branchen möglich mache und dabei eine Pionierleistung erbringe. Der Umzug der Konferenz ins Staatenhaus am Rheinpark auf dem Messegelände hat freilich Vorund Nachteile. Der spezielle Charme der Improvisation, der bei früheren Locations positiv zu Buche schlug, ist einem blitzsauberen Messeambiente gewichen. Und auch wenn die Themen des Kongresses dieses Jahr mehr Leute nach Köln zogen, so fiel das gar nicht weiter auf, weil sich das Publikum in den weiträumigen Hallen stärker verteilte. Da kann man nur hoffen, dass 2011 die Besucherzahlen noch einmal kräftig ansteigen.

Neugierig?

Jetzt als Abonnent anmelden und weiterlesen.

Du hast noch kein Abo? Dann hol dir jetzt das Digitalabo für nur 39,90 Euro pro Monat.

Anmelden