Durch die Digitalisierung haben sich die klassischen Strukturen in der Musikbranche grundlegend verändert. Als Reaktion darauf hat sich auch das Spektrum der Ausbildungsangebote erweitert. MusikWoche fragte Experten, inwiefern die Ausbildung hilft, sich auf die Berufsfelder vorzubereiten.
„Die weiter zunehmende Digitalisierung und die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Situation in großen Teilen der Musikwirtschaft verlangen neue Handlungskompetenzen sowie einen stärkeren Fokus auf die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge“, sagt Hubert Wandjo, Geschäftsführer, Business Direktor und Studiengangsleiter „Musikbusiness“ der Popakademie Baden Württemberg. Seit mehr als zehn Jahren wird dort der Bachelor „Musikbusiness“ angeboten. Der Bachelor gliedert sich in die Schwerpunkte Künstlerentwicklung, Marketing- und Vertriebsmanagement, Business Management, Community Management und Digital-Innovation-Management. Womit wieder das Stichwort der Digitalisierung in den Vordergrund rückt.
Laut Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), sei durch die Echtzeitkommunikation in den Social-Media-Kanälen eine intensive Künstler- Fanbindung entstanden. Für die Vermarktung im Onlinebereich und das Promoten von Künstlern bedeute dies, dass die Studierenden heute über ein spezifisches Know-how bezüglich Content-Trends, aktuellen technische Features oder Data Analytics verfügen sollten, wie der BVMI-Chef sagt. „Hinzu kommt die Multi-Channel-Präsenz, das heißt, es muss nicht nur eine, es müssen alle relevanten Plattformen mit Content – im Optimalfall mit jeweils individualisiertem Content – bestückt werden, der oft gezielt produziert wird.“ Sicherlich einer der Gründe, warum das von der Popakademie veranstaltete Future Music Camp die Schwerpunkte in diesem Jahr auf Streaming und mobiles Musikmarketing setzte. Bei dem traditionellen Termin in Mannheim kamen sowohl Sprecher von Facebook Germany oder Google Germany zu Wort und bei den Konferenzen wurde über aktuelle Social-Media Phänomene wie „Vom Influencer zum Popstar – Praxisbeispiel zu den Lochis“ gesprochen.
Auch wenn sich viele Ausbildungsangebote in den letzten Jahren etabliert hätten und stark an dem tatsächlichen Nutzen in der Branche ausgerichtet seien, hat sich laut Drücke jedoch nichts daran geändert, dass Bewerber mit einem gewissen „Stallgeruch“ die besten Chancen hätten: „Wem es ernst ist mit einem Einstieg in die Musikbranche, der oder die sollte sich zum einen möglichst früh auf dem Karriereweg darum kümmern, konkrete praktische Erfahrungen in echten Unternehmen zu sammeln, Stichwort Praktikum“, sagt BVMI-Chef Florian Drücke: „Das hat neben den unbezahlbaren persönlichen Kontakten zu Firmenmitarbeitern übrigens auch den Vorteil, dass man wiederum auch in seiner Ausbildung sehr viel besser weiß, worum es geht und entsprechend für sich Akzente setzen kann.“
Mehr zum Thema und was zum Beispiel Stefan Schulte-Holthaus von der Macromedia Fachhochschule, Eva Maria Stöckler, Leiterin des Zentrums für Zeitgenössische Musik an der Donau-Universität Krems, oder Chris Müller, Geschäftsführer am SAE Institute sagen, lesen Abonnenten in MusikWoche, Heft 28/2016, im Livepaper oder .






