Recorded & Publishing

Dossier: Alte Helden, frisch verpackt

Früher dienten Boxsets vor allem dazu, das Weihnachtsgeschäft zu beleben. Inzwischen jedoch haben sich spezielle Deluxe-Editionen zu Umsatzbringern für das ganze Jahr entwickelt. MusikWoche fragte Backkatalog-Experten nach ihrer Einschätzung der Entwicklung und welche Strategien sie verfolgen.

“Das High-End-Segment in der Katalogvermarktung wächst zusehends“, bekräftigt Moritz Trapp, General Manager Catalogue Marketing Universal Music Strategic Marketing, im Gespräch mit MusikWoche. Dafür sprächen zahlreiche Ver – öffentlichungen, die Universal Music im Frühjahr in den Handel bringt. „Letztlich erwartet der Fan und Sammler diese Art der Katalogaufbereitung mittlerweile schon, denn nur wirklich wertig zusammengestellter Zusatzcontent kann auch den oft hohen Preis rechtfertigen.“ Und Trapp nennt Zahlen: 2013 habe sich die absolute Zahl von „Deluxe-Produkten im weitesten Sinne“ noch einmal um ungefähr zehn Prozent erhöht. „Auch in den kommenden Jahren erwarten wir eine kräf – tige Nachfrage für Deluxe-Editionen.“ Auch für Stefan Kleist, Sales Director Edel:Distribution wächst der Stellenwert von Boxsets: „Für uns bei Edel Germany sind Limited Editions und Boxsets wie auch Vinlysets sehr wichtige Konfigurationen. Wir wollen den Wert des Produkts über seinen Inhalt, aber auch über einen Mehrwert für den Fan definieren.“ Deutlich sei spürbar, dass die Käufer immer mehr Wert auf Qualität und Optik legen. Viele Produktionen seien nicht nur für den schnellen Genuss auf MP3, sondern immer häufiger auch auf Vinyl und mit limitierten Bonus tracks im Media – book auf CD erhältlich. Neben den reinen Tonträgern spielten die Boxsets auch gerade bei audiviosuellen Konzertmitschnitten eine tragende Rolle: „Eine Blu-ray oder 3D-Blu-ray, wenn möglich mit Gimmick und Audio-CD, rundet das Package einerFanbox ab.“ Allerdings sei er kein Freund von Boxsets der Mitbewerber, die fünf Originalalben im Schuber zu einem Verkaufspreis von zehn Euro anbieten, sagt Kleist. „Viel besser sind aufgewertete Neuveröffentlichungen mit deutlichem Mehrwert und edler Verpackung.“ Die Edel-Strategie werte den eigenen Backkatalog auf und verhelfe diesen Veröffentlichungen zum Einzug in den Buchhandel. Auch den Vinylumsatz habe Edel in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 30 Prozent steigern können. Besonders freut sich Kleist, dass das Backkatalogsegment mit hochwertigen Editionen „hochpreisig, stabil und weiter wachsend“ sei. Erfolgreich in der kulturellen Nische Richard Weize, Geschäftsführer Bear Family, bestätigt zwar den Trend zur Boxset-Vermarktung, will aber mit seinem Unternehmen andere Akzente setzen: „Für mich und Bear Family geht es vor allem darum, die für uns wichtigen historischen Aufnahmen ihrer hohen Wertigkeit entsprechend zu veröffentlichen. Uns genügt es nicht, die x-te CD-Wiederveröffentlichung auf den Markt zu werfen.“ Ziel sei es, sowohl die Musik eines Künstlers als auch die Ära, in der die Aufnahmen entstanden, und dazu das private und soziale Umfeld in Ton, Bild, Fotos und Illustrationen, Diskografien und Text möglichst komplett zu präsentieren. „Unser Anspruch überschreitet bei weitem die Möglich – keiten einer einfachen CD-Veröffentlichung. Mit unseren großen Boxen-Editionen können wir sorgfältig neu gemasterte Aufnahmen zusammen mit einem umfangreichen und in der Regel gebundenem Begleitbuch auf den Markt bringen.“ Dabei seien CD-Boxen nach wie vor das Kerngeschäft von Bear Family. „Komplette Retrospektiven einzelner Künstler wie Johnny Cash, Nat King Cole, Dean Martin oder Doris Day, teils über mehrere Boxen verteilt, suchen weltweit ihresgleichen.“ Er wisse von keiner anderen Firma, die mit der Bear Family eigenen Liebe zum Detail Themen so aufgreift, wie sie sich sein Label auf die Fahnen geschrieben hat. Als Beispiele nennt Weize extrem aufwendig gestaltete Boxen wie „Next Stop Is Vietnam“, die Musik aus den Jahren des Vietnamkriegs mit Beiträgen von Kriegsveteranen koppelt, oder die Zusammenstellung „Vorbei … Beyond Recall“, die Aufnahmen des Jüdischen Kulturbundes in Berlin nach der Machtübernahme der Nazis versammelt. 44 CDs und zwei gebundene Bücher mit mehr als 600 Seiten enthält gar die Box „Black Europe“, für die Weize Aufnahmen schwarzer Musiker in Europa zwischen 1896 und 1926 gesammelt hat. Weize zeigt sich stolz, dass die „Bristol Sessions“ mit den frühesten Aufnahmen von Country-Ikonen wie Carter Family oder Jimmie Rodgers für einen Grammy nominiert wurden. Insgesamt hat Bear Family mittlerweile rund 450 verschiedene CD-Boxen auf den Markt gebracht. Sorgfältig geht Weize aber auch bei der Vermarktung von Einzel-CDs vor, die sich, so sagt er, mit extrem langer Spieldauer und umfangreichen Booklets von den Veröffentlichungen anderer Firmen abheben. „In einer zunehmend digitalisierten Welt mit allzeitigem Zugriff für jedermann auf unzählige Musikdateien positionieren wir uns mit unseren Boxsets und Deluxe-Editionen seit langem erfolgreich in einer kulturellen Nische.“ Bear Family bediene weltweit ein dankbares Publikum, das die Wertigkeit und Einzigartigkeit der Projekte des Labels schätze und honoriere. „Ein nachlassendes Interesse an unserer Arbeit kann ich beim besten Willen nicht feststellen – ganz im Gegenteil.“ Ein Kannibalisierungseffekt fehlt Auch Ernst Rüder, Head of Catalogue Warner Music Central Europe, sieht die Vermarktung von aufwendigen Editionen im Aufwind. „Boxsets und Deluxe-Editionen sind mittlerweile fester Bestandteil unseres Kataloggeschäfts und gehören zu dem, was wir unter,Arbeit am Produkt‘ verstehen.“ Boxen mit Studioalben – zum Teil komplett zusammengefasst – wie etwa von den Eagles, Green Day, Van Halen, den Doors, Little Feat oder den Stranglers ragten besonders hervor und hätten einen sicheren Platz im Warner-Repertoire. „Deshalb ist unsere Veröffentlichungs planung bis zum Ende des Jahres auch danach ausgerichtet, weitere hochkarätige Boxen und Deluxe-Aus – gaben herauszubringen.“ Dazu zählt Rüder auch die jeweils fünf Alben umfassenden Boxen der „Original Albums Series“, von denen Warner bislang mehr als 160 Folgen veröffentlicht hat. Gerade diese Zusammenstellungen erfeuen sich stei- Katalogexperten: Stefan Kleist (links, Edel) und Moritz Trapp (Universal Music) „Uns genügt es nicht, die x-te Wieder – veröffentlichung auf den Markt zu werfen“, sagt Richard Weize von Bear Family. Es gehe vielmehr darum, historische Aufnahmen entsprechend ihrer hohen Wertigkeit zu veröffentlichen. MusikWoche_16_2014_15 d o s s i e r gender Beliebtheit, sagt Rüder. „Hier stimmt der Repertoiremix von A bis Z, von a-ha bis ZZ Top. Käufergruppen sind sowohl bei den Hardcorefans als auch bei neugierigen Neueinsteigern zu finden, die sich mehr als nur eine CD eines Künstlers anhören wollen – und das zu einem attraktiven Preis.“ Deluxe-Editionen hingegen müssten ihrem Namen erst einmal gerecht werden, also einen echten Mehrwert in Form von zusätzlichen Inhalten bieten. Einen solchen Mehrwert sieht Rüder in musikalischen Kriterien wie bisher unveröffentlichten Songs und gleichermaßen in der optischen Komponente, in einer besonderen Verpackung und einem umfangreichen Booklet. Das beste Beispiel hierfür seien die Ende Mai erscheinenden Wiederveröffentlichungen der Led-Zeppelin-Alben „I“, „II“ und „III“ in unterschiedlichen Konfigurationen. Auch das Album „Far Beyond Driven“ von Pantera als Zwei-CD-Set in einer „20th Anniversary Edition“ und „Wrecking Ball“ von Emmylou Harris als Zwei- CD+DVD-Edition seien ebenfalls gute Beispiele dafür, wie man aus der Ursprungsfassung etwas Besonderes machen kann. Einen Kannibalisierungseffekt sieht der Backkatalogexperte dabei überhaupt nicht. „Dass Verkäufe der Einzel-CDs massiv unter den Boxsets leiden oder gar nicht mehr stattfinden, können wir nicht feststellen.“ Serienkonzepte sind Umsatzbringer Für Sony Music sieht Peter Höpfl, Director Artist Portfolio Concepts bei Sony Music Strategic Entertainment, ebenfalls eine Zunahme des Geschäfts mit aufwendigen Editionen. „Generell kann man sagen, dass diese Art der Katalogvermarktung einen sehr hohen Stellenwert bei Sony Music hat.“ Er sieht das eigene Unternehmen als „ziemlich führend“ in diesem Segment an. Der Münchner Major biete verschiedene Serienkonzepte an wie „The Collection“, bei dem eine Box mit Stülpdeckel bis zu acht Alben vereine, oder die „Complete Album Collection“, bei der alle erhältlichen Werke eines Künstler in einer Schachtel mit bis zu 63 Alben auf 47 CDs zu finden sind – wie zuletzt im Fall von Johnny Cash. Daneben habe Sony Music weitere Serien wie „Music & Photos“, „Booksets“ oder „The Perfect Collection“ etabliert, die gerade im Weihnachtsgeschäft wichtige Umsatzbringer seien. Aber auch bei den One-Artist-Veröffent – lichungen setze Sony Music auf Sondereditionen oder Deluxe-Versionen. Erfolgreiche Beispiele dafür waren etwa „Bad 25“ von Michael Jackson oder Paul Simons „Graceland 25“. Den Erfolg dieser Editionen belegt er mit Zahlen. Die Verkäufe dieser Sonder- oder Deluxe-Versionen erreichen meist um die 40 Prozent an den Gesamtverkäufen – manchmal sogar mehr als 50 Prozent. „Dieses Phänomen beweist umso mehr: Wenn der Content stimmt, das Gesamtpaket rund ist und der höhere Preis in einem gesunden Verhältnis zum Produkt steht, wird das wertigere Produkt bevorzugt.“ Voraussetzung sei allerdings, dass entsprechendes zusätzliches Material zur Ver – fügung steht. „Generell bietet Sony Music von der Einsteiger-Lowprice-Box bis hin zur,Complete Album Collection‘ eine immense Bandbreite an.“ Adam Velasco schließlich veröffentlicht auf dem von ihm geführten Label Cherry Red ebenfalls mehr Deluxe-Sets als früher: „Es ist in diesem Markt immer wichtiger geworden, den Leuten etwas für ihr Geld zu bieten. Für uns sind Boxsets extrem wichtig, um den physischen Markt am Leben zu erhalten. Zudem bedeuten sie den Fans sehr viel.“ Dabei komme es auf eine enge Zusammenarbeit mit den Künstlern an. Nach Veröffentlichungen von Hawkwind und Bill Nelson folgt 2014 ein Boxset von Suzi Quatro und eines zum sogenannten C86-Sound. Dietmar Schwenger Mit Boxsets Sony Music poliert Jean Michel Jarre und andere klanglich neu auf Mit sechs Wiederveröffentlichungen aus dem Katalog von Jean Michel Jarre feiert Sony Music die Musik des französischen Elektronikpioniers. Aber auch Titel von AC/DC, Miles Davis, Billy Joel und der Allman Brothers Band finden sich bei den Münchnern unter den wichtigen Katalogveröffentlichungen im Frühjahr. Noch in diesem Jahr erscheint ein neues Studioalbum von Jean Michel Jarre, der nicht nur als Musiker, sondern auch als Präsident der Ver – wertungsdachgesellschaft CISAC aktiv ist. Zuvor jedoch veröffentlicht Sony Music Strategic Marketing sechs wichtige Alben aus dem Katalog des Elektronikmusikers, der bislang mehr als 80 Millionen Tonträger verkauft hat. Allein 18 Millionen davon entfallen auf sein bahnbrechendes Debütalbum von 1976, „Oxygène“. Es gehört nun neben „Equinoxe“ (1978) und „Magnetic Fields“ (1981) sowie den drei Livealben „Les Concerts En Chine“ (1982), „Houston/Lyon“ (1986) und „Destination Docklands“ (1988) zu den Titeln, die Sony Music neu gemastert am 25. April in den Handel bringt. Alle sechs CDs kommen zudem mit überarbeitetem Artwork sowie neuen Fotos und Begleittexten daher. Ralf Schalck, Senior Vice President Strategic Entertainment Division GSA, begrüßt die Wiederver öffentlichung der Jarre-Alben: „Jean Michel Jarre zählt zu den einflussreichsten und inspirierend sten Pionieren der elektronischen Musik. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir sein vielschichtiges Werk innerhalb unseres ,Katalogs der Legenden‘ neu auflegen.“ Auch von einem anderen Tastenzauberer bringt Sony Music bislang unveröffentlichte Musik in den Handel: Am 16. Mai erscheint in verschiedenen Konfigurationen „A Matter Of Trust – The Bridge To Russia“ von Billy Joel. Der Pianist und Sänger reiste 1987 nach Russland, wo er denkwürdige Konzerte unter anderem im damaligen Leningrad und Moskau gab. Regisseur Jim Brown verewigte die Auftritte in einem Dokumentarfilm, der nun als DVD und Bluray in den Handel kommt. Dazu erscheint ein Livealbum als Doppel-CD. Zu den aktuellen Katalog – höhepunkten von Sony Music gehören zudem die erstmals komplett veröffentlichten Konzerte, die Miles Davis 1970 im Fillmore East gab. Unter dem Titel „Miles At The Fillmore: Miles Davis 1970: The Bootleg Series Vol. 3“ macht das zu Sony Music gehörende Legacy-Label auf vier CDs der Öffentlichkeit die Shows zugänglich, die der Trompeter und seine Band mit Chick Corea, Keith Jarrett, Dave Holland, Jack DeJohnette, Airto Moreira und Steve Grossman im New Yorker Club Fillmore East vom 17. bis 20. Juni 1970 spielte. Und auch eine Show der Allman Brothers Band liegt unter dem Titel „Play All Night: Live At The Beacon Theatre 1992“ erstmals offiziell vor. Veröffentlichungen zur Fußball-WM Auch im Vinylgeschäft ist Sony Music aktiv: Am 13. April veröffentlicht der Major die Alben „Stiff Upper Lip“ und „Ballbreaker“ von AC/DC als Schallplatten. Neben der eigentlichen Katalogarbeit ist aber die Arbeit mit aktuellen Themen ein Umsatzgarant für Sony Music Strategic Entertainment. So kommt am 16. Mai die bereits fünfte Folge der „dj hitparade“ in den Handel, bei der Sony Music mit der Firma hitparadies zusammenarbeitet. Im Jahr der Weltmeisterschaft ist zudem das Thema Fußball präsent: Unter dem Motto „Viva Brazil“ enthält eine von der einstigen Hot-Banditoz-Sängerin Fernanda Brandão präsentierte Zusammenstellung „Fußballparty Hits“ (VÖ: 15. Mai). Und auch die Compilation „Studio Rio Presents The Brazil Connection“ (23. Mai) soll vom Trubel rund um die Fußball-WM in Südamerika profitieren. Die Kopplung wartet mit Coverversionen – unter anderem von Marvin Gayes Klassiker „Sexual Healing“ – im typischen Brasilensound auf.Dietmar Schwenger Ab dem 25. April in remasterten Versionen erhältlich: Alben des französischen Elektronikmusikers Jean Michel Jarre Seine Division bereitet sich auf die WM vor: Ralf Schalck MusikWoche_16_2014_17 d o s s i e r Universal Music punktet mit Deep Purple Dank der EMI-Übernahme fiel der umfangreiche Katalog von Deep Purple an Universal Music. Der Major holt daher am 16. Mai mit einer aufwendig gestalteten Wiederveröffentlichung des 1972 erschienenen Livealbums „Made In Japan“ zum großen Schlag aus: Die neue Zusammenstellung gibt es als Neun-LP- und Vier-CD+DVD-Box (plus Vinylsingle), und damit überbieten die Berliner die 1992 von EMI kuratierte Wiederveröffentlichung, die als Drei-CD-Box erschien, in punkto Aufbereitung und Vollständigkeit. Man habe „eines der wahrscheinlich größten Livealben der Rockmusikgeschichte komplett überarbeitet“, informiert Moritz Trapp, General Manager Catalogue Marketing bei Universal Music Strategic Marketing. Einen weiteren Schwerpunkt im Frühling bilden Abba: Rechtzeitig zum 40. Jubiläum ihres Grand- Prix-Triumphs von 1974 bildet die Deluxe-Edition des Abba-Albums „Waterloo“ – mit einer zusätz – lichen Disc – den Abschluss der Wiederveröffentlichung aller Studioalben von Abba. Parallel dazu sind die beiden Best-of-Sampler „Gold“ und „More Gold“ im Verbund mit einer B-Seiten-Sammlung erstmals in einer Drei-CD-Box erhältlich. „Zum Jubiläum veröffentlichen wir eine ganze Bandbreite an Abba-Produkten über das Jahr verteilt“, sagt Trapp und verweist neben den besagten CDs auf „Perlen für Fans“ – darunter eine Picture-Vinylsingle und eine Singles-Box, aber auch ein Boxset, das die gesamte Karriere abdeckt. „Das i-Tüpfelchen bildet eine komplett unveröffentlichte Live- Aufnahme aus Wembley aus dem Jahr 1978, die im September erscheint“, kündigt Trapp an. Und auch bei den Rolling Stones will Universal Music passend zu den Konzerten ein „großartiges“ Deluxe-Produkt auf den Markt bringen. Trapp kündigt außerdem eine strategische Kooperation mit der „Zeit“ an: Gemeinsam mit der Wochenzeitung will er ein 15-CD-Boxset veröffentlichen, das „kaum Wünsche für Soulfans, aber auch für ein musikgeschichtlich inter – essiertes Publikum offen lässt“. Unter dem Namen UDiscover baut der Major zudem die eigene Katalogmarke aus: Dazu gehören eine Spotify-Playlist, ein Facebook- Profil, eigene „Rooms“ bei iTunes und Amazon sowie ein eigenes Portal. „Die Dienste sind alle strategisch auf dem Serviceund Mehrwert gedanken aufgebaut.“ Noch eine ganze Reihe weiterer Veröffentlichungen steht an. Zum Berliner Konzert von Charles Aznavour am 22. Mai, der an diesem Tag 90 Jahre alt wird, erscheint zum Beispiel am 25. April eine Doppel- CD mit seinen französischen, deutschen und englischen Hits. Das 40-jährige Jubiläum von Kiss begeht Universal Music mit einer Neuauflage aller Kiss-Alben auf Vinyl, zudem folgt im Mai eine neue, 40 Songs umfassende „Greatest Hits“-Zusammenstellung. In mehreren Editionen kehrt das Album „Super unknown“ von Sound garden in die Regale zurück, während von Johnny Cash das „Unearthed Boxset“ sowie Vinylwiederveröffent – lichungen in den Handel kommen. Trapps Abteilung veröffentlicht aber auch neue Musik: So erscheint am 25. April ein Album der Rainbirds, das den Titel „Yonder“ trägt. Für den Tonträger hat Sängerin Katharina Franck zusammen mit Bela Brauckmann und Gunter Papperitz alte Rainbirds- Songs neu aufgenommen. Dietmar Schwenger Warner Music bringt Led Zeppelin zurück Mit der Veröffentlichung von Deluxe Editions der drei Alben „Led Zeppelin“, „Led Zeppelin II“ und „Led Zeppelin III“ beginnt Warner Music am 30. Mai die Wiederveröffentlichung aller neun Studioalben der britischen Band in chronologischer Reihen – folge. Für das Remastering zeichnet Jimmy Page, Gitarrist und Produzent von Led Zeppelin, verantwortlich. Erstmals erblicken dabei viele bislang unveröffentlichte Studio- und Liveaufnahmen das Tageslicht, da jedes Album mit einer zusätzlichen CD in den Handel kommt. „Das Material auf den begleitenden Discs öffnet ein Portal in die Zeit, als Led Zeppelin ihre Aufnahmen machten“, sagt Jimmy Page. „Es ist eine Auswahl aus einem Werk in der Entwicklung, mit Rohmixen, Backing Tracks, alternativen Versionen und für die damalige Zeit neuem Material.“ Alle Alben, die auch auf 180- Gramm-Vinyl wieder erhältlich sind, erscheinen zudem als Super Deluxe Edition, die alle Formate versammelt. Dort findet sich neben den Schallplatten und einem Hardcoverbuch das remasterte Album auf CD in der originalgetreu gestalteten Hülle des Vinyls, während die zusätzliche CD im Pappschuber beiliegt. dis Fest für Sony Music setzt Auswertung der „ZDF Hitparade“ auf CD und DVD fort Vor fünf Jahren vermarktete Sony Music Strategic Entertainment zum 40. Jubiläum der „ZDF Hitparade“erfolgreich die Jahre mit Dieter Thomas Heck. Nun steht die Auswertung der Ära mit Uwe Hübner an. Der Moderator nutzt die Gelegenheit zu kritischen Anmerkungen über eine hitparadenlose Gegenwart. „Es erstaunt mich sehr, dass weder das ZDF noch eine andere große TV-Station die Zeichen der Zeit erkannt haben und einem Millionenpublikum das geben, was es will und verdient“, sagt Uwe Hübner, der bei der monatlichen Chartsshow nach Dieter Thomas Heck und Victor Worms von 1990 bis zum Ende durchs Programm führte, im Gespräch mit MusikWoche, und er meint damit „eine Musiksendung, die mit einem Blick die aktuelle deutschen Musikszene beleuchtet.“ Genau dies habe das im Jahr 2000 vom ZDF eingestellte Format nämlich geleistet. „Dass dieser Überblick in der,ZDF-Hitparade‘ einst möglich war und viele Menschen froh gemacht hat, gibt ihr im Nach hinein umso mehr Glanz und Würde.“ Insofern sei er, sagt Hübner, „mehr als happy“, dss er diese Sendung elf Jahre lang mitgestalten durfte. Dass das ZDF in seiner Ära den Livegesang zurückgeholt, einen wieder rein deutschen Wettbewerb eingeführt und Newcomern stets eine Chance gegeben habe, sei nicht falsch gewesen – „ganz im Gegenteil“. Hübner sagt: „Persönlich berührt es mich immer wieder, dass die Menschen auch heute noch und in letzter Zeit sogar verstärkt auf mich zukommen und fordern, ich möge für die Rückkehr dieser Show kämpfen.“ Hübner, der heute als Chefredakteur des Magazins „hitparadies“ arbeitet, würde genau dies „sehr gern“ wieder tun – eine Hitparade moderieren. Andererseits räumt er ein: „Ich sagte schon damals, als die,Hitparade‘ endete, dass jede Zeit ihre Helden hat.“ Umso mehr freut er sich, dass Sony Music Strategic Entertainment nun die erfolgreiche Vermarktung der „ZDF Hitparade“ mit den von ihm betreuten Jahren fortsetzt. Neben der DVD erscheinen auch drei CDs „Mit viel Kernkompetenz und reichlich Herzblut haben die Kollegen von Sony Music diese DVD zusammengestellt“, findet Uwe Hübner, der mit der von Ralf Schalck geleiteten Abteilung schon bei den Compilations zur „dj hitparade“ eng zusammengearbeitet hat. An der Drei-DVD-Box, die unter anderem Titel von den Flippers, Andrea Berg, Michelle, Wolfgang Petry, Marianne Rosenberg und Kristina Bach enthält, gefalle ihm besonders, dass das Sony-Music-Team mutig gewesen sei und auch „damals neuen, sehr guten und inter – essanten Namen einen Platz“ gegeben habe, die in einer Hitparade von heute sicherlich auch stattfinden würden und erfolgreich wären. „Das unterstützt Liebe, Glaube und Hoffnung vieler Künstler und Fans, die sich diese Show oder eine ähnliche sehnlichst zurückwünschen“. Neben den DVDs, die auch bislang unveröffentlichtes Material enthalten, erscheint am 25. April zudem eine Drei-CDBox mit Musik aus den Hübner-Jahren. Unter dem Titel „Uwe Hübner präsentiert: ZDF Hitparade – Die echten Hits – 60 Nr1 Hits“ finden sich hier Lieder von Künstlern wie Roland Kaiser, Nicole, Nino de Angelo, den Schürzenjägern oder der Münchener Freiheit. Bei der Marketingkampagne setzt Sony Music neben den bewährten Print-, Radio, Onlineund Social-Media-Kanälen auch auf TV-Spots. So werben Clips bei Sat.1, Sport1, RTL II, Tele 5 und Deutsches Musikfernsehen für die DVD- und CDBoxen mit der Musik aus der „ZDF Hitparade“. Dietmar Schwenger

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