Zwei Tage bevor der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft offiziell Bilanz zum Jahr 2004 zieht, verbreitet Warner-Chef Bernd Dopp bereits gute Stimmung: Sein Unternehmen habe das neue Geschäftsjahr, das im Oktober 2004 begann, so gut begonnen wie seit 1996 nicht mehr. „Die neuen Produktionen von Westernhagen und Nena sowie unsere internationalen Projekte wie Green Day, Linkin Park, R.E.M. und Seal verkaufen sich hervorragend“, verriet Dopp dem „Hamburger Abendblatt“.
Allein bei der aktuellen Nena-Single, „Liebe ist“, habe Warner am Tag nach der Veröffentlichung schon 40.000 Nachbestellungen aus dem Handel befriedigen müssen. Aber es sei nicht allein der anhaltende Boom bei Musik aus Deutschland, der dem Geschäft langsam wieder auf die Beine hilft, findet Dopp: „Die Konsumenten wollen keinen Einheitsbrei oder Casting-Bands, sondern anspruchsvolle Musik, die eine längere Halbwertszeit als fünf Minuten aufweist.“
Die Jahresbilanz der deutschen Musikwirtschaft, für die ein Umsatzminus von knapp vier Prozent erwartet wird, sei laut Dopp auch aufgrund der Erfolge von etablierten Künstlern wie Rammstein, Rosenstolz, Dick Brave, Söhne Mannheims oder den Toten Hosen positiv ausgefallen. Die Branche benötige jedoch noch viel mehr Nachwuchs à la Wir sind Helden oder Juli, die es „trotz der weit gehenden Nichtbeachtung durch die meisten Radiostationen“ ganz nach oben schaffen.






