Mit deutlichen Seitenhieben auf die Musikbranche hat Walt-Disney-CEO Robert A. Iger die Internetstrategie seines Konzerns verteidigt. Während die Musikwirtschaft durch eine fehlgeleitete juristische Kampagne Milliarden in den Sand gesetzt habe, werde Disney die Marktregentschaft der Konsumenten anerkennen.
„Der Kunde ist heute König“, sagte Iger bei einer Rede vor dem Boston College Chief Executives Club. „Die Musikbranche hat ihre Marktchancen komplett verpasst.“ Medienunternehmen müssten einsehen, dass „Konsumenten heute viel mehr Entscheidungsfreiheit darüber haben, wo, wann und wie sie Medien beziehen wollen“. In der Hoffnung, die Kontrolle über ihre Produkte behalten zu können, seien die Majorlabels dieser Entwicklung mit Klagen gegen Fans und Technologiefirmen begegnet. „Während sich die Musikbranche darum bemüht hat, die Gesetzgebung in ihrem Sinne zu verändern, statt sich auf die Marktveränderungen einzustellen, gingen zwischen 2002 und 2003 Milliarden Dollar an Umsätzen verloren.“ All die juristischen Ansätze der Majors hätten die Menschen noch immer nicht vom Filesharing abgehalten, so Iger. Bei der Walt Disney Co. wolle man nicht die gleichen Fehler machen, weshalb man schon früh auf den Vertriebskanal Internet gesetzt habe.
Fernsehshows wie „Lost“, „Desperate Housewives“ oder „Alias“ sind seit Monaten einen Tag nach ihrer TV-Ausstrahlung online im iTunes Music Store erhältlich. Und auf der Website des Senders ABC streamt Disney seine Programme auf Abruf kostenlos. Auch wenn Kritiker anmerken, dass die Werbeumsätze durch diesen Plattformtransfer in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, will lger an dieser Strategie festhalten. „Keine Firma und keine Branche kann sich alleine der Technologieentwicklung in den Weg stellen.“






